Bundesliga - 27 / 05 / 2023

VfL Potsdam verliert gegen Zweitligameister Balingen

Der 1. VfL Potsdam musste sich am heutigen Samstagabend gegen den Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten vor 710 Zuschauern in der MBS Arena mit 29:30 (14:14) geschlagen geben. Dem bereits feststehende Zweitligameister aus Balingen gelang damit die Revanche für den sensationellen Auswärtssieg der Adler im Hinspiel.

Nach der kräftezehrenden englischen Woche berichtete VfL-Trainer Bob Hanning vor der Partie, dass man seiner Mannschaft so langsam die lange Saison anmerken würde: „Wir müssen jetzt in den letzten Spielen nochmal unseren inneren Schweinehund überwinden.“ Diese Botschaft war augenscheinlich bei seinem Team angekommen. Die Potsdamer starteten mutig und selbstbewusst in die Anfangsphase. Sie setzten den Gegner aus Balingen-Weilstetten mit Tempospiel und vielen Anspielen an den Kreis immer wieder unter Druck und erspielten sich nach sechs Minuten eine 3:1 Führung durch das Tor von Geburtstagskind Max Beneke und zwei verwandelten Siebenmetern von Tim Grüner.

Auch heute musste der VfL auf den immer noch an der Schulter verletzten Moritz Sauter verzichten. Dieses Mal konnte die Potsdamer Mannschaft auch nicht auf eine Verstärkung vom Kooperationspartner Füchse Berlin zurückgreifen, da Matthes Langhoff und Nils Lichtlein beim Finaleinzug der Füchse im European League Final Four im Einsatz waren. Darüber hinaus gewann die A-Jugend der Füchse an diesem Samstagnachmittag die deutsche Meisterschaft gegen die Rhein-Neckar Löwen, weshalb auch die jungen Talente Benedikt Kühn, Max Günther und Marvin Siemer die Adler nicht unterstützen konnten.

Stattdessen improvisierte Trainer Bob Hanning auf der zentralen Position im Rückraum erneut und ließ dort vor allem Dustin Kraus und Emil Hansson agieren. Auch Vasilije Kaludjerovic kam zu Spielanteilen, bei denen er seine eins-gegen-eins-Stärke und Kreisanspiele unter Beweis stellen konnte.

Der Mallorca-Kurzurlaub der Balinger hatte offenbar Spuren hinterlassen, zeigten sie sich in der Anfangsphase nicht ganz so spritzig auf der Platte wie sonst und standen sich mit technischen Fehlern oft selbst im Weg. Beim Spielstand von 7:3 für die Adler reagierte Gästetrainer Jens Bürkle mit seiner ersten Auszeit.

Doch auch nach dieser Unterbrechung behielten die Adler die Oberhand. Das lag vor allem an VfL-Torhüter Lasse Ludwig, der mit starken Paraden viele Angriffe der Balinger entschärfte. Nach zwanzig Minuten nahm Trainer Bob Hanning trotz zwei Tore Führung seines Teams (10:8) seine erste Auszeit. In der Folge kamen die Gäste aus Baden-Württemberg, die durch die Zeitstrafe von Tim Grüner in Überzahl spielten, besser in die Partie.

Nach 23 gespielten Minuten konnte der Tabellenführer auf einen Treffer verkürzen (11:10), ehe ihnen kurz vor der Pause erst der Ausgleichstreffer durch Lukas Saueressig und dann der Führungstreffer durch Patrick Volz gelang (12:13). Mit einem Remis von 14:14 ging es in die Halbzeit.

Die zweite Hälfte startete mit zwei technischen Fehlern auf beiden Seiten, bevor die Mannschaft aus Balingen-Weilstetten durch einen Siebenmetertreffer von Patrick Volz in Führung ging. Tim Grüner konterte dies allerdings wenige Augenblicke später auf der Gegenseite. Einige Minuten später nahm Bob Hanning bei der knappen 17:16 Führung der Potsdamer seine zweite Auszeit.

In der 40. Spielminute konnten sich die Adler erstmals wieder mit zwei Toren absetzen, nachdem Kapitän Lasse Ludwig nicht nur mit einer weiteren Parade glänzte, sondern sogar mit einem knapp 40 Meter Wurf im leeren Gegnertor einnetzte. Der Schlussmann war mit insgesamt 13 Paraden erneut ein wichtiger Rückhalt für den VfL.

Die Potsdamer konnten in den folgenden Spielminuten durchgehend ihre zwei Tore Führung halten. Nach 48 Minuten nahm Bob Hanning früh seine dritte Auszeit, um seine Mannschaft auf die kommende Schlussphase einzustimmen. Zehn Minuten vor dem Ende konnten die Gäste wieder auf 24:24 verkürzen. Es entwickelte sich eine spannende Crunch-Time mit offenem Ausgang. Zwanzig Sekunde vor dem Ende lag Balingen-Weilstetten mit einem Tor in Front. Sekunden vor dem Abpfiff hatte Max Beneke die Chance auf den Ausgleichstreffer, scheiterte aber an Gästetorhüter Mario Ruminsky. So verloren die Adler am Ende denkbar knapp mit 29:30.

Stimmen zum Spiel:

Max Beneke: „Ja, wir sind schon sehr enttäuscht. Wir wissen, dass wir die Chancen hatten, hier mindestens einen Punkt mitzunehmen, wenn nicht sogar zu gewinnen. Ich weiß nicht, woran es am Ende gelegen hat. Vielleicht fehlt uns doch noch ein wenig die Erfahrung, die Abgezocktheit. Man sieht, dass Balingen 45, 50 Minuten im sieben gegen sechs, das hat viel mit Ruhe und guten Entscheidungen zu tun. Das war heute das Mittel, womit sie uns den Schneid abgekauft haben. Trotzdem hätten wir die Chance gehabt, zu gewinnen.“

Kapitän Lasse Ludwig: „Ich glaube, wir hatten die Konsequenz in der 7 gegen 6 Verteidigung Anfang der zweiten Halbzeit, die dann aber leider zu nachlässig in der Schlussphase wurde. Mario Ruminsky hält am Ende auch enorm wichtige Bälle, womit unsere Leistung dann einfach nicht ausreichte. In Abschnitten bin ich auch mit meiner Leistung zufrieden, aber ich habe auf jeden Fall noch Luft nach oben.“

Bob Hanning, Trainer VfL Potsdam: „Ich bin brutal enttäuscht. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen und haben auch ein gutes Spiel gemacht, ähnlich wie gegen Nordhorn und in Dessau, aber gehen wieder ohne etwas Zählbares, was das Ergebnis angeht, aus dem Spiel. Am Ende des Tages ist es keine Erlebnissportart, sondern das Resultat ist ausschlaggebend. Der Sieg ist verdient, weil sie schlussendlich das eine Tor einfach besser waren. Wenn du 40 Prozent der Würfe, wobei die meisten sogar freie Abschlüsse waren, nicht unterbringst, dann kannst du der großartigen Torhüterleistung gratulieren und damit leben. Trotzdem haben wir zu viele klare Situationen vergeben, auch wenn ich finde, dass wir das 7 gegen 6 gut verteidigt haben. Die Gäste haben es trotz ihrer personellen Situation gut gelöst, und bei uns merkt man, dass wir keine Steuerung auf der Mitte haben, da fehlen einfach Leute wie Moritz Sauter, Nils Lichtlein oder Maxim Orlov. Es war ein emotionales Spiel und wie gesagt: Vieles war gut und nicht alles war schlecht, aber Balingen-Weilstätten hat sich den Sieg hart erkämpfen müssen.“

Jens Bürkle, Trainer HBW Balingen-Weilstetten: „Bei mir überwiegt heute echt der Stolz. Nachdem, was letzte Woche alles bei uns passiert ist, und wie viele Leute heute gefehlt haben, das hier zu bestehen und zu gewinnen und überhaupt erstmal eine Mentalität zu entwickeln, dass wir gewinnen können, macht mich sehr stolz. Ich bin wirklich zufrieden wie selten. Ich kann, glaube ich, ein wenig mitfühlen, wie Bob sich gerade fühlt. Ich habe mich beim Hinspiel genau gleich gefühlt. Auch wenn man es heute vielleicht nicht so gesehen hat, möchte ich Potsdam zu einem Handball beglückwünschen, der erwachsener wurde. Heute haben wir auf beiden Seiten des Felds ein paar jugendliche Fehler gemacht, aber die Entwicklung der Potsdamer Spieler ist wirklich brutal. Dafür auch mein Glückwunsch. Ich bin zufrieden mit dem Sieg, ich bin total zufrieden mit der Einstellung und einfach glücklich, wie es für uns bisher gelaufen ist.“

Statistiken:

1.VfL Potsdam: Ludwig (13 Paraden/ 1 Treffer), Hansson, Flathe, Simic, Beneke (9), Kaludjerovic (2), Thiele (4), Nowak (2), Grüner (6/4), Akakpo (1), Urios Gonzalez (1), Fuhrmann, Kraus (3)

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr , Ruminsky (17 Paraden), Huber (3), Ingason (1), Linhares de Souza ( 1), Hildenbrand, Schoch (1), Fuoß, Wente, Saueressig (5), Volz (10), Heinzelmann (9), Strosack  

Nach der Niederlage heute, wartet am kommenden Samstag das letzte Auswärtsspiel der Saison auf den VfL. Dann treten die Adler beim ThSV Eisenach an, für den es im Saisonfinale weiterhin um den Aufstieg in die erste Liga geht. Das Spiel wird um 18 Uhr angepfiffen und ab 17:45 Uhr auf sportdeutschland.tv übertragen. Nur vier Tage später steht dann der Saisonabschluss gegen den TuS-N-Lübbecke in der MBS Arena an. Tickets sind im Ticketshop und an der Abendkasse erhältlich. https://shops.ticketmasterpartners.com/vfl-potsdam

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