Bundesliga - 03 / 06 / 2023

VfL Potsdam unterliegt auswärts in Eisenach

Der 1. VfL Potsdam verlor am heutigen Samstagabend auswärts in der ausverkauften Werner-Aßmann-Halle gegen den ThSV Eisenach vor 3150 Zuschauern mit 24:22 (13:12). Damit geht nach der Hinspielniederlage der Adler auch das zweite Aufeinandertreffen an die Wartburgstädter, die sich damit weiterhin in der Poleposition für den Aufstieg in die erste Liga befinden.

Beim letzten Heimspiel der Saison war allen Eisenachern von Beginn an klar, um was es heute gehen würde. Nach dem 34:25 (18:13) Sieg Dessaus am gestrigen Freitag im Ost-Derby gegen Dresden, mussten sie heute gewinnen. Lautstark angefeuert von ihren euphorischen Fans begann der ThSV die Anfangsphase dementsprechend mit viel Motivation und Intensität. Doch die Adler begegneten dem Gastgeber von Anfang an auf Augenhöhe und zogen nach den Treffern der Wartburgstädter immer wieder gleich.

Zurück in der Startsieben war Moritz Sauter, der zuletzt wegen einer Schulterverletzung vier Spiele aussetzen musste. Darüber hinaus konnte der VfL heute wieder auf Matthes Langhoff zurückgreifen. Der Rückraumspieler gewann am vergangenen Wochenende mit den Füchsen Berlin die EHF European League in Flensburg und fehlte den Adlern daher bei der Niederlage gegen Balingen. Nach den Feierlichkeiten in Berlin konnte der 21-Jährige die Potsdamer Mannschaft heute erneut maßgeblich unterstützen.

Fynn Hangstein, der Top-Scorer der zweiten Handball-Bundesliga, übernahm von Anfang an viel Verantwortung für die Gastgeber, brachte sein Team per Siebenmeter mit 1:0 in Führung und erwies sich als wichtiger Faktor im Eisenacher Offensivspiel. Die Zeitstrafe von Peter Walz in der sechsten Spielminute nutzten die Adler, um durch Tore von Cyrill Akakpo und Nils Fuhrmann mit 3:4 erstmals die Führung zu übernehmen. Anschließend zogen die Gastgeber das Tempo an, glichen per verwandeltem Siebenmeter zunächst aus und bauten dann durch Tore von Saul und Weyrauch ihren Vorsprung auf drei Tore aus (7:4).

Beim Spielstand von 7:5 reagierte VfL-Trainer Bob Hanning mit seiner ersten Auszeit. Danach überraschten die Potsdamer den Gastgeber, in dem sie ohne Kreisläufer und dafür mit vier Rückraumspieler agierten. Dieses Überraschungsmoment sorgte dafür, dass der ThSV seinen zwei Tore Vorsprung nicht weiter ausbauen konnte. Kurz vor der Pause verkürzte der VfL durch Emil Hansson noch einmal auf ein Tor und mit 13:12 ging es in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff nutzten die Eisenacher nach einer Zeitstrafe gegen Matthes Langhoff ihre Überzahl und setzten sich u.a. durch einen verwandelten Siebenmeter von Fynn Hangstein auf drei Treffer ab (15:12). Kaum war Langhoffs Zeitstrafe abgelaufen, musste Dustin Kraus für zwei Minuten auf die Bank. Die Eisenacher nutzten das gnadenlos aus. Während den Adlern in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte kein Tor gelang, zogen sie auf 17:12 davon, was Bob Hanning zur zweiten Auszeit zwang.

Von Müdigkeit nach der langen und kräftezehrenden Saison war bei beiden Mannschaften keine Spur. Immer wieder versuchten beide Kontrahenten, den Gegner mit viel Tempo unter Druck zu setzen und mit schnellen Tempogegenstößen einfache Tore zu erzielen. Doch der ohrenbetäubende Lärm der „blauen Wand“, auf die sich die Adler so gefreut hatten, setzte sie scheinbar zusätzlich unter Druck. Der sonst so treffsichere Tim Grüner konnte zwei Siebenmeter nicht verwandeln, die in der Situation wichtig für den VfL gewesen wären. Die Potsdamer gaben zu keiner Zeit auf, im Gegenteil. Eine Viertelstunde vor Spielenden hatten sie sich durch Tore von Cyrill Akakpo und Joshua Thiele wieder auf 19:17 herangekämpft. Eisenachs Trainer Misha Kaufmann reagierte prompt und nahm seine zweite Auszeit, um den Spielfluss der Adler zu unterbrechen.

Der VfL ließ sich nicht aus dem Rhythmus bringen und glich in der 48. Spielminute zum 19:19 aus. Direkt danach wurde Emil Hansson mit roter Karte von der Platte gestellt und läutete damit eine heiße Schlussphase ein. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Moritz Sauter das 21:21. Nun hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Eineinhalb Minuten vor Schluss gab es eine blaue Karte für Peter Walz nach einem Foul an Marcel Nowak. Mit den Fans im Nacken ließen sich die Eisenacher davon nicht beirren und siegten am Ende mit 24:22.

Der ThSV zieht mit diesem Sieg wieder an Punkten gleich und aufgrund des besseren Torverhältnisses am Dessau-Roßlauer HV vorbei. Wer neben Balingen-Weilstetten in die erste Bundesliga aufsteigt, entscheidet sich erst am letzten Spieltag. Während die Eisenacher auswärts gegen Coburg antreten, geht es für die Dessauer nach Ludwigshafen.

Stimmen zum Spiel:

Moritz Sauter: „Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Wir hatten circa zehn Minuten vor dem Ende die Chance, das Spiel zu kippen. Das ist uns leider nicht gelungen. Die beiden Ausfälle von Max und Marcel in der Schlussphase haben uns zusätzlich geschwächt. Die Idee, ohne Kreisläufer zu spielen, hatten wir uns bereits im Training überlegt, um mit einem zweiten Rückraumspieler gegen die offensive Abwehr zu spielen. Sie haben sich leider relativ schnell darauf eingestellt, aber es hat uns geholfen gegen die stärkste Abwehr der Liga.“

Bob Hanning. Trainer VfL Potsdam: „Ich bin grundsätzlich mit der Leistung sehr, sehr zufrieden. Wir haben ein Spiel auf Augenhöhe bestritten, vor einer Kulisse, die 3000 Zuschauer zum Hexenkessel gemacht haben. Dem haben nicht alle Stand gehalten, nicht nur meine Spieler nicht. Ich bin von der kämpferischen Leistung, von der Bereitschaft, von dem, wie wir gespielt haben, überwiegend zufrieden.Für unser letztes Heimspiel muss ich gucken, wen ich zur Verfügung habe, aber wir werden noch einmal alles aus uns herausholen!“

Statistiken:

1.VfL Potsdam: Ludwig (9 Paraden), Ferjan (1 Parade), Hansson (2), Flathe, Simic, Beneke (4), Kaludjerovic, Thiele (2), Nowak, Grüner, Akakpo (5), Urios Gonzalez, Fuhrmann (2), Sauter (4), Langhoff (2), Kraus (1)

ThSV Eisenach: Gorobtschuk (9 Paraden), Brustmann; Reichmuth, Hangstein (12/5), Ulshöfer, Walz (1), Grgic, Hideg (1), Tokic (3), Sousa, Meyer, Donker, Schneibel (1), Snajder, Weyhrauch (2), Saul (4)

Nach der Niederlage heute, müssen die Adler nochmal die letzten Kräfte bündeln, um am kommenden Mittwoch, den 07.06., das Saisonfinale in der MBS Arena zu bestreiten. Die Partie gegen den TuS N-Lübbecke wird um 19 Uhr angepfiffen und ab 18:45 Uhr auf sportdeutschland.tv übertragen. Tickets sind im Ticketshop und an der Abendkasse erhältlich. https://shops.ticketmasterpartners.com/vfl-potsdam

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