Bundesliga - 14 / 04 / 2023

VfL auch gegen Essen zuhause ungeschlagen

Zum fünften Mal in Folge war der 1. VfL Potsdam zuhause nicht zu schlagen. Die Adler gewannen heute gegen TuSEM Essen mit 28:27 (13:13) vor 900 Zuschauern in der heimischen MBS Arena. Im Hinspiel noch deutlich unterlegen, gelang dem Team von Trainer Bob Hanning eine beeindruckende Revanche.

Für beide Trainer, Michael Hegemann und Bob Hanning, sowie Spieler wie Rolando Urios Gonzalez, Karl Roosna und Cyrill Akakpo war die Partie zwar ein Wiedersehen unter Freunden, aber Punkte wollte niemand verschenken. Und so gingen beide Teams von Beginn an fokussiert zur Sache. Matthes Langhoff brachte die Adler mit 1:0 in Führung. Die Potsdamer wollten vor allem über schnelles Angriffsspiel und sichere Abschlüsse punkten, was ihnen anfangs sehr gut gelang.

Während Emil Hansson nach seiner hartnäckigen Erkältung wieder zurück im Kader war, musste Nils Fuhrmann wegen eines Nasenbeinbruchs ebenso passen wie Rolando Urios Gonzalez, der leicht angeschlagen war. Erstmals im VfL-Kader stand dafür der erst 18-jährige Jannis Zwanzig aus der Potsdamer A-Jugend.

Brachte Lukas Diedrich die Adler im Hinspiel noch zur Verzweiflung, konnte das Team um Max Beneke Essens Nr. 1 im Tor immer wieder erfolgreich überwinden. Hochmotiviert durch seine Nominierung für die A-Nationalmannschaft erzielte Max in der 12. Spielminute sein 160. Tor für den VfL in dieser Saison und netzte zum 5:6 ein. Daraufhin konnte sich der TuSEM Essen durch Tore von Eloy Morante und Nils Homscheid erstmals eine zwei Tore Führung herausspielen (5:8).

In der 14. Minute nutzten die Gäste die Überzahlsituation aufgrund der Zeitstrafe von Cyrill Akakpo, um mit drei Toren davonzuziehen. VfL-Trainer Bob Hanning reagierte darauf mit seiner ersten Auszeit. Angefeuert von enthusiastischen Zuschauern schaffte es sein Team in der Folge, den Vorsprung Stück für Stück zu verkleinern und eine Minute vor der Pause wieder in Führung zu gehen (12:11). Mit einem leistungsgerechten Remis von 13:13 ging es in die Halbzeit.

Beide Teams kamen hochmotiviert aus der Kabine, doch bereits vier Minuten später geriet der VfL durch Zeitstrafen von Emil Hansson und Marvin Siemer kurzzeitig in doppelte Unterzahl. Die Jungs von Essens Trainer Michael Hegemann spielten den Vorteil eiskalt aus und gingen mit zwei Toren in Führung (14:16). Doch die Adler ließen sich nicht abschütteln. Nils Lichtlein und Max Beneke sorgten schnell wieder für den Ausgleich.

Die Potsdamer kamen nun richtig gut ins Spiel und gingen durch schnelle Tempoangriffe und starken Würfen aus dem Rückraum in Führung. In der 41. Minute war der VfL schon auf drei Tore davongeeilt (20:17), was Gästetrainer Michael Hegemann zu einer Auszeit zwang.

Doch auch diese Unterbrechung zeigte nicht die gewünschte Wirkung. Die Adler spielten selbstbewusst auf und dominierten nun die Partie. Sie zogen in der 48. Minute auf 24:20 davon. Zehn Minuten vor dem Ende der Partie versuchte Michael Hegemann mit seiner zweiten Auszeit noch die Wende herbeizuführen. In der Schlussphase schafften es die Gäste aus dem Ruhrgebiet noch einmal, auf zwei Tore zu verkürzen. Am Ende behielt der VfL aber die Nerven und siegte verdient mit 28:27.

Stimmen zum Spiel:

Cyrill Akakpo: „Ich bin nicht ganz zufrieden heute. Ich finde wir haben in der zweiten Halbzeit in der Abwehr sehr gut gekämpft, aber Richtung Ende des Spiels etwas den Faden und die Konsequenz verloren. Wir hätten viel früher und deutlicher den Sack zu machen können. Für mich persönlich war es aber definitiv noch eine besondere Begegnung. Ich kenne noch sehr viele Spieler aus der Mannschaft und habe mich sehr gefreut, sie wiederzusehen. Nichtsdestotrotz möchte man natürlich jedes Spiel gewinnen, und ich bin froh, dass wir das heute geschafft haben.“

Michael Hegemann, Trainer TuSEM Essen: „Glückwunsch an den VfL Potsdam und Bob für den Sieg heute. Ich denke, wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und hatten dort ein Übergewicht auf unserer Seite. Wir haben leider vier klare Chancen nicht nutzen können, sodass wir nicht ausreichend Kapital aus der ersten Halbzeit für uns erzielen konnten. In der zweiten Hälfte hat Potsdam es irgendwann geschafft, ins Tempospiel zu kommen, was wir mit aller Macht verhindern wollten. Sie haben dann auch im Angriff viel besser gespielt, und wir haben in der 6:0-Deckung leider keinen Zugriff bekommen. Wir fighten uns dann aber zurück ins Spiel und haben die Chance, beim Siebenmeter auf Unentschieden zu stellen, die wir dann auch liegenlassen. Da muss man sagen, dass wir in der zweiten Halbzeit zu viele freie plus technische Fehler gemacht haben. Der Sieg geht deshalb für Potsdam in Ordnung. Meine Mannschaft hat einen tollen Fight hingelegt, aber in der Summe zu viele Fehler gemacht, um heute hier erfolgreich zu sein.“

Bob Hanning, Trainer VfL Potsdam: „Wir hatten das Hinspiel relativ deutlich verloren und uns heute viel vorgenommen. Wir haben diesen Spirit am Anfang nur bedingt auf die Platte bekommen. TuSEM hat es mit vielen langen Kreuzbewegungen immer wieder geschafft, uns in Bedrängnis zu bringen. Das Beste für uns an der Halbzeit war das Ergebnis. Wir hätten problemlos auch mit drei, vier Toren dahinterliegen können. Wir haben uns dann die Tür wieder geöffnet und mehr Emotionen gezeigt. Wir haben besser verteidigt, aber was wir im Tempospiel entgegengesetzt haben, war unser Problem. Wir kämpfen, kämpfen, kämpfen und Müller macht eine Drehung bei Matthes Langhoff und nimmt ihm zwei Meter ab. Auf einmal kann man froh sein, dass die Uhr irgendwann abläuft, weil wenn das Spiel fünf Minuten länger geht, dann sprechen wir nicht mehr vom verdienten Sieg für uns, sondern es kann in die Hose gehen. Das hat mich wirklich geärgert. Genauso wie TuSEM uns die Möglichkeit gegeben hat, wieder in dieses Spiel zu finden, haben wir TuSEM hintenraus dieselbe Chance gegeben. Trotzdem muss ich sagen: Wir haben mal eben TuSEM Essen geschlagen. Aus den letzten beiden Spielen haben wir anstelle 0:4-Punkte 4:0-Punkte geholt, und das ist natürlich toll.“

Statistiken:

1. VfL Potsdam: Ludwig (4 Paraden), Ferjan (5 Paraden), Hansson, Zwanzig, Simic (1), Siemer (8), Beneke (5), Kaludjerovic, Lichtlein (4), Thiele, Nowak, Akakpo (2), Sauter (3), Langhoff (5), Kraus

TuSEM Essen: Fuchs, Bliß (4 Paraden), Diedrich (4 Paraden), Rozman (1), Reidegeld, Wolfram, Dangers (1), Homscheid (2), Szczesny (7), Müller (3), Seidel, Morante (4), Klingler (8), Mast (1), Werschkull, Schoss

Nach dem heutigen Heimsieg geht es für die Adler am kommenden Samstag auswärts gegen den TV Hüttenberg. Die Partie wird um 19:30 Uhr angepfiffen und ab 19:15 Uhr im Livestreaming bei sportdeutschland.tv übertragen.

Foto: Foto Lächler

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