Bundesliga - 08 / 12 / 2023

Potsdam beim Topspiel in Hamm weiter ungeschlagen

Im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga trennten sich der 1. VfL Potsdam und der ASV Hamm-Westfalen heute Abend vor 2410 Zuschauern mit 30:30 (11:14) unentschieden. Die Adler bleiben damit im 13. Spiel ungeschlagen und liegen auf dem 2. Tabellenplatz. Bester Werfer des Spiels und der Potsdamer war Max Beneke mit 10 Treffern, der mit 137 Toren seine Führung als Topscorer der Liga behauptet.

Mit dem Anwurf für die Gastgeber ging es in das Spiel. Lasse Ludwig konnte bereits den ersten Wurf parieren und leitete den erfolgreichen Angriff mit dem Tor von Max Beneke zum 1:0 ein. Nach nur sechs Minuten führten die Adler mit 5:1 in der WESTPRESS arena. Die Überzeugung und Durchschlagskraft der Potsdamer war sowohl in der Abwehr als auch im Angriff spürbar.

Kurzfristig ausgefallen waren auch noch Elias Kofler und Marcel Nowak, die beide aufgrund einer Erkältung nicht im Kader standen. Davon ließ sich das Team um Kapitän Maxim Orlov aber nicht einschüchtern. Nach 12 Minuten musste ASV-Coach Michael Lerscht bereits beim Stand von 4:10 seine erste Auszeit nehmen. „Verworfene Bälle ist das Eine, aber fehlende Intensität ist das Andere“, kritisierte er seine Mannschaft. Aber auch den nächsten Angriff der Westfalen konnte Keeper Lasse Ludwig entschärfen. Nach 15 Minuten gelang es dann Linksaußen Fabian Huesmann per Siebenmeter zu treffen kurz bevor Stefan Bauer durch ein Kreisanspiel zum 6:10 einnetzte.

Viel mehr Topspiel ging kaum, denn die Adler sahen sich nicht nur dem Tabellendritten und laut Bob Hanning Aufstiegsgaranten Nr. 1 gegenüber, sondern auch einer „Roten Wand“ an ASV Fans in der ausverkauften WESTPRESS arena. Dies merkte man vor allem nach dem Felix Herthlein der Kasten des ASV mit drei Paraden in der 23. Minute dicht machte, denn von da an wurde die Halle immer lauter. Die Gäste kamen fortan besser in das Spiel und erzielten mit Björn Zintel aus dem Rückraum das 10:13. In letzter Sekunde konnte Rechtsaußen Jakub Sterba durch einen Treffer ins untere, linke Eck die Westfalen bis auf drei Tore ran bringen, nachdem Tim Grüner an Torhüter Herthlein scheiterte. Mit einem 11:14 ging es für beide Mannschaften in die Kabine.

Auch Halbzeit 2 startete mit schnellen, effektiven Angriffen. Während Top-Scorer Max Beneke auf Seiten der Potsdamer doppelt einnetzte, überwand Mittelmann Yonatan Dayan zweifach den Torhüter. Ein Torreigen wie im DHB-Pokalspiel war aufgrund der auf 60 Minuten begrenzenten Spielzeit nicht wieder zu erwarten, aber beide Teams zeigten eindrucksvoll ihr gewohnt aggressives Angriffsspiel und schenkten sich gegenseitig nichts.

Als die Halle anfing, ein Faktor zu werden, nahm VfL-Trainer Bob Hanning in der 37. Minute (15:18) die nächste Auszeit. „Denkt dran, was wir uns vorgenommen haben, wir brauchen den Rückzug“, gab er seiner Mannschaft mit. Mit elf Paraden spielte sich Keeper Lasse Ludwig in die Köpfe der Westfalen und hielt direkt die nächsten zwei Würfe. Die anhaltenden Torhüterleistungen auf beiden Seiten ließen den Abstand nicht wachsen, denn auch die Tore von Maxim Orlov in der 41. und Cyrill Akakpo in der 44. Minute konterten die Gastgeber mit einigen Positionsangriffen.

Neun Minuten vor Schluss bauten die Potsdamer dann aber erstmalig ihre Führung auf 6 Tore (21:27) aus, indem Abwehrchef Emil Hansson einmal und Rechtsaußen Cyrill Akakpo gleich doppelt traf. Das nächste Ausrufezeichen setze in der 52. Minute Moritz Sauter, als er das Stürmerfoul zog und sitzend die Fäuste in die Luft streckte bevor Fabian Huesmann mit einem verwandelten Siebenmeter auf 24: 28 verkürzte. Seine letzte Auszeit nahm Bob Hanning sechs Minuten vor Schluss: „Eine Patrone habe ich noch für uns. Maxim geht jetzt an den Kreis.“ Damit schickte der 55-jährige seinen Mittelmann aus dem Rückraum auf diese Position.  

Nach Wiederanpfiff agierten die Gastgeber allerdings schneller auf den Beinen und aufmersamer in der Abwehr. Zwei Minuten vor Schluss verkürzte Philip Jungemann auf zwei Tore Rückstand (26:28) und nur eine Minute später gelang dem ASV-Linksaußen Alexander Schulze der Anschlusstreffer. Über die Physis seiner Jungs sei das Spiel in Hamm nicht zu gewinnen, hatte Trainer Bob Hanning bereits im Vorfeld gesagt. Bereitschaft und der Glaube an sich, dieses Spiel gewinnen zu können, reichten am Ende gegen den Erstligaabsteiger allerdings nicht zum Sieg aus, denn bei dem Tor von Moritz Sauter zum 28:30 blieben den Westfalen lediglich 60 Sekunden für zwei weitere Tore und keinen Gegentreffer. Durch den schnellen Treffer von Jan von Boenigk und den technischen Fehler von Cyrill Akakpo bekam die Mannschaft von Michael Lerscht noch einmal die Chance zum Ausgleich, den Yonatan Dayan fünf Sekunden vor Schluss erzielen konnte. Auch die direkte Freiwurfchance von Max Beneke nach der Schlusssirene änderte nichts am Endstand 30:30.

Stimmen zum Spiel:

Lasse Ludwig, 1. VfL Potsdam: „Ich glaube in der ersten Halbzeit haben wir im Angriff und in der Abwehr die beste Saisonleistung gezeigt. Das war richtig gut. Hier in der Halle zu bestehen und mit fünf zu führen, musst du erstmal machen. Wir kommen stark aus der Pause, und am Schluss fehlt uns meiner Meinung nach ein bisschen die Abgezocktheit, und dass wir klüger agieren. Wir werfen zu viele Bälle weg bzw. kriegen zu viel Stürmerfoul, und in der Abwehr kriegen wir den Zugriff nicht mehr. Da fehlt uns leider ein bisschen die Erfahrung, aber mit dem Unentschieden können wir mehr als zufrieden sein. Hätte das vorher jemand gesagt, hätten wir das sofort unterschrieben. Deshalb sind wir zufrieden damit.“

Bob Hanning, Trainer VfL Potsdam: „Natürlich will man so ein Spiel gewinnen, aber der Ausfall von Marcel verbunden mit dem von Karl, hat gezeigt, dass beide Linkshänder sechzig Minuten spielen müssen. Der Ausfall von Elias hat alles das uns weggenommen, was wir an Alternativen hatten. Maxim ist nach seiner Verletzung noch nicht so weit, dass er das alleine über die gesamte Zeit hinkriegen kann. Von daher können wir mehr als glücklich sein, dass wir es geschafft haben, eine Mannschaft wie Hamm weiter hinter uns zu lassen. Es auch gut, dass wir enttäuscht sind, weil es die erzogene Mentalität ist, aber es ist auch gut, dass wir auf dieses Ergebnis gucken können und sagen können, wir haben uns gegen Bietigheim durchgesetzt, und haben es auch gegen Hamm getan. Und das, obwohl die Voraussetzungen nicht so waren, wie sie hätten sein können, wenn wir in Bestbesetzung hätten spielen können. Ich verstehe, dass es sich für die Jungs vielleicht wie ein Punktverlust anfühlt, aber das ist es wirklich nicht.“

Statistik:

1.VfL Potsdam: Ludwig (15 Paraden), Ferjan; Hansson (3), Schramm, Simic (4), Beneke (10/1), Thiele, Grüner, Akakpo (3), Orlov (5), Gorpishin, Fuhrmann (), Sauter (5), Katic

ASV Hamm-Westfalen: Colodeti (2 Paraden), Hertlein (13 Parade); Huesmann (6/4), Fuchs, Schöttle (1), Artmeier, Schulze (2), Sterba (1), Jungemann (4), Zintel (4), Bornemann (4), Orlowski, Dayan (4), Stüber, von Boenigk (2), Bauer (2)

Nun haben die Jungs von Bob Hanning neun Tage Regenerations- und Vorbereitungszeit, bevor sie am nächsten Sonntag, den 17. Dezember 2023, das letzte Hinrundenspiel bestreiten. Dabei ist der TV Hüttenberg zu Gast in der MBS Arena. Spielbeginn ist um 17:00 Uhr. Die Partie wird ab 16:45 Uhr auch live bei Dyn mit Kommentatorin Katrin Brewka übertragen. Tickets gibt es unter 1. VfL Potsdam - TV 05/07 Hüttenberg Tickets | So., 17. Dez. 2023, 17:00 | Potsdam (ticketmaster.de) und an der Abendkasse.

Foto: Kaufmann

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