Bundesliga - 26 / 12 / 2023

Perfekter Jahresabschluss für den 1. VfL Potsdam

Vor 1568 begeisterten Zuschauern in der fast ausverkauften MBS Arena gewinnt der 1. VfL Potsdam gegen HC Elbflorenz 2006 mit 34:24 (17:11) das letzte Spiel des Jahres und überwintert an der Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga. Die Adler sind nach diesem überraschend deutlichen Heimsieg seit 16 Spielen weiter ungeschlagen. Bester Torschütze des Spiels war Potsdams Rückraum-Ass Max Beneke mit 11 Treffern.

Das Spiel am zweiten Weihnachtsfeiertag war für alle Beteiligte ein besonderes, denn die zu Saisonbeginn 33:27 verlorene Partie in Dresden war eine von nur zwei Niederlagen, die der VfL bisher kassierte. Beide Teams schenkten sich von Beginn an nichts und gingen sowohl im Angriff als auch in der Abwehr in einer von vielen kleineren Fehlern gekennzeichneten Anfangsphase kämpferisch zur Sache. Doruk Pehlivan erzielte für die Gäste den ersten Treffer der Partie und musste anschließend sofort zwei Minuten auf die Bank. Dem vorausgegangen war eine kurze Schrecksekunde, als er im Rückzug mit Elias Kofler zusammenprallte, und der Österreicher kurz regungslos am Boden liegenblieb. Der 23-Jährige war es auch, der die Adler in der neunten Spielminute mit seinem Treffer zum 4:3 erstmals in Führung brachte.

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem sich der VfL dank Klasse-Paraden von Lasse Ludwig und durch Tore von Moritz Sauter und Max Beneke erstmals mit drei Toren absetzte (7:4). Dieser Lauf zwang HC-Trainer André Haber zu seiner ersten Auszeit. Doch die Adler machten weiter Druck, und während die Deckung hinten kaum ein Durchkommen bot, netzten Maxim Orlov und Max Beneke vorne weiter ein, sodass es nach 20 Minuten 10:5 stand, als Bob Hanning seine erste Auszeit nahm.

Die Gäste aus Sachsen konnten anschließend trotz Überzahlspiel während einer Zeitstrafe von Josip Simic nicht wirklich Boden gut machen und versuchten es ab der 25. Spielminute sogar mit einem Sieben-zu-Sechs-Überzahlspiel, was nur bedingt fruchtete. Mit einer verdienten 17:11-Führung des VfL ging es in die Halbzeitpause.

Beide Teams kamen hochmotiviert aus der Kabine, doch die Adler drückten den Gästen aus Dresden weiter ihr Tempospiel auf, die trotz Unterstützung ihrer gut 100 mitgereisten Fans weiterhin kein Mittel gegen die stabile Abwehr des VfL fanden. Nachdem er Cyrill Akakpo in vollem Lauf von den Beinen gerissen hatte, sah Dresdens Rückraumspieler Sebastian Greß in der 38. Spielminute die rote Karte. Den fälligen Strafsiebenmeter verwandelte Max Beneke sicher zum 22:15.

Selbstbewusst bestimmten die Adler weiter das Spiel, agierten sicher in der Abwehr und auffallend abwechslungsreich im Angriff. VfL-Trainer Bob Hanning konnte bis auf den verletzten Karl Roosna in Bestbesetzung antreten, und egal, welche Spieler auf der Platte standen, sie bauten geduldig ihr Angriffsspiel auf und schlossen entweder vom Kreis durch Josip Simic oder immer wieder aus dem Rückraum durch Max Beneke, Maxim Orlov oder Moritz Sauter ab und zogen zwischenzeitlich auf 10 Tore davon (28:18). Auch wenn in der Schlussviertelstunde die Kräfte schwanden und sich erneut kleinere Unsicherheiten ins Spiel der Potsdamer mischten, war der Sieg zu keiner Zeit gefährdet, und am Ende gewannen die Adler mit 34:24 und ließen sich zu Recht lautstark von den Fans in der Halle feiern.

Für alle steht jetzt erstmal eine wohlverdiente Pause an, ehe das Team am 8. Januar 2024 das Training für die Rückrunde startet und vom 20. bis 25. Januar in ein gemeinsames Trainingslager mit Kooperationspartner Füchse Berlin nach Lanzarote fliegt. Das erste Spiel nach der Winterpause findet am 9. Februar 2024 um 19:30 Uhr auswärts gegen TuSEM Essen statt. In der heimischen MBS Arena kann man die Adler wieder am 16. Februar 2024 ab 19:00 Uhr im Ostderby gegen den Dessau-Roßlauer HV anfeuern.

Stimmen zum Spiel:

Max Beneke: „Im Laufe der ersten Halbzeit ist unsere Abwehr griffiger geworden, woraus viele Fehler von Dresden resultierten. Wir haben sie in die Würfe aus dem Rückraum gebracht, die sie nicht so gerne wollen. Lasse hat sehr viel weggenommen, und wir sind mit sechs Toren und einem guten Tempo in die Halbzeit gegangen. In der zweiten Hälfte haben wir das aufrecht gehalten, konnten den Vorsprung noch ausbauen und hatte ein wenig Glück, dass Sebastian Greß sich die rote Karte abholt. Wir haben das Spiel dann mit zehn Toren sicher nach Hause gebracht. Jetzt freue ich mich erstmal riesig auf zwei Wochen Pause, aber dann geht es mit Spannung in die Vorbereitung.“

Maxim Orlov: „Wir haben heute gute Wurfauswahl aus dem Rückraum gehabt, und sie haben viele Würfe von relativ nah zugelassen. Wir standen von Anfang an in der Abwehr gut, kassieren in der ersten Hälfte nur elf Tore, was überragend ist, und werfen selbst 17. Das war der Knackpunkt des Spiels. Die Saison war bis hierher sehr lang, und wir alle haben alle restlichen Körner reingeschmissen. Am Ende hat dann doch die Erschöpfung aus uns gesprochen. Deshalb freuen wir uns auch sehr auf die Pause. Jedem von uns wird es guttun, ein paar Tage die Beine hochzulegen und den Kopf und den Körper zu entspannen.“

André Haber, Trainer HC Elbflorenz: „Glückwünsch an Potsdam zum verdienten Sieg. Wir waren heute leider in allen Belangen unterlegen. Das war für uns sehr enttäuschend, weil wir uns etwas anderes vorgenommen hatten. Wir sind mit der Aggressivität der Potsdamer Deckung und ihrer Brutalität im Angriff nicht gut klargekommen. In der ersten Halbzeit fällt uns auf die Füße, dass wir vier Abpraller nicht kriegen. Sonst wäre das Halbzeitergebnis sicherlich spannender gewesen. Aber in Summe ist Potsdam heute die zehn Tore besser gewesen, dass muss ich so anerkennen. Eine Sache muss ich noch lobend hervorheben: Unsere mitgereisten Fans haben uns heute das ganze Spiel über, unabhängig vom Spielstand, fantastisch unterstützt. Vielen Dank dafür und einen guten Rutsch an alle!“

Bob Hanning, Trainer 1. VfL Potsdam: „Ich bin schon ein Stück weit geflasht. Damit habe ich nicht gerechnet. Elbflorenz ist eine richtig gute Handballmannschaft, und im Hinspiel waren wir chancenlos, wo ich das genauso neidlos anerkennen musste wie André heute. In der ersten Halbzeit waren tatsächlich die gewonnenen Abpraller der ganz große Unterschied. Wir haben es geschafft, eine gute aggressive Deckung zu stellen. Wir haben Pech gehabt, dass Elias Kofler durch eine Gehirnerschütterung nach einem Schlag dann ausgefallen ist. Gerade die Bereitschaft von Nils Fuhrmann, seine gewonnenen Abpraller und sein Kampf waren sehr bemerkenswert. In der zweiten Halbzeit haben wir von der Elbflorenzer Abwehr verschiedene Aufgabenstellungen gekriegt, konnten diese aber immer wieder gut lösen. Zudem hat Lasse Ludwig stark gehalten. Sonderlob an dieser Stelle an Maxim Orlov. So wie er jetzt aus der Verletzung zurückgekommen ist, ist es mein Maxim. Wenn mir einer gesagt hätte, dass wir nach der kurzen Pause nach dem Spiel gegen Minden und nur einem Training so präsent sind, dann hätte ich nicht wirklich daran geglaubt. Von daher bin ich extrem zufrieden und extrem glücklich mit diesem Jahr. Wir haben in der Hinrunde nur gegen Essen und Elbflorenz verloren. Eins der beiden Duelle konnten wir nun für uns entscheiden, und für das andere haben wir jetzt ein paar Wochen Zeit.“

Statistik:

1.VfL Potsdam: Ludwig (11 Paraden), Ferjan (2 Paraden); Hansson, Schramm (1/1), Simic (2), Beneke (11/5), Kofler (1), Thiele, Nowak, Grüner, Akakpo (3), Orlov (7), Gorpishin (1), Fuhrmann (2), Sauter (6), Katic

HC Elbflorenz Dresden: Mallwitz (7 Paraden), Mohs (4Paraden) Noack; Wucherpfennig (2/2), Greilich (2), Dierberg, Pehlivan (3), Dumcius (4), Kretschmer (2), Stavast (1), Greß (2), Klepp (2), Döbler (2), Thümmler (1), Possehl, Seidler (3)

Foto: Sylvia Göres

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