Nationalmannschaft - 25 / 06 / 2023

Deutsche U21 siegt knapp gegen Frankreich und steht im WM-Viertelfinale

Dank eines überragenden Torwarts David Späth und der lautstarken Unterstützung der 3022 Fans in Magdeburg hat die deutsche U21 um die sechs Adler und Füchse Lasse Ludwig, Matthes Langhoff, Moritz Sauter, Nils Lichtlein, Tim Freihöfer und Max Beneke bei der Heim-Weltmeisterschaft am Sonntagabend das Ticket zum Viertelfinale gebucht. Mit dem am Ende hauchdünnen 30:29 (17:16) gegen Frankreich (nach 29:22-Führung) gelang der perfekte Start in die Hauptrunde. Das DHB-Team feierte den vierten Sieg im vierten WM-Spiel, während die Franzosen das Viertelfinale bereits verpasst haben. Beste deutsche Werfer gegen Frankreich waren VfL-Spieler Moritz Sauter und der zum besten Spieler der Partie gekürte Justus Fischer mit je fünf Toren. Bester Mann auf dem Feld war aber Späth, der 14 französische Würfe abwehrte.

Die deutsche Mannschaft startete furios. Die beiden ersten Treffer markierte der Ex-Magdeburger Renars Uscins (TSV Hannover-Burgdorf), zudem machte Torwart David Späth (Rhein-Neckar Löwen) den Laden dicht und Tim Freihöfer war eiskalt an der Siebenmeterlinie. Nach vorne gepusht vom frenetischen Magdeburger Publikum setzte sich Deutschland so auf 11:7 (16. Minute) ab.

Die individuell starken Franzosen ließen sich jedoch nicht abschütteln, schließlich mussten sie nach der Vorrundenniederlage gegen Kroatien unbedingt gewinnen, um noch im Rennen fürs Viertelfinale zu bleiben. Der französische Torwart Leo Villain stand Späth nur wenig nach, vereitelte zahlreiche deutsche Chancen und führte sein Team gemeinsam Hugo Pineta (wie Uscins vier Tore vor der Pause) zum ersten Ausgleich beim 16:16 (29.).

Nach dem Seitenwechsel schraubte Moritz Sauter mit einem Doppelschlag das Resultat auf 19:16 hoch. Die Halle stand endgültig Kopf, als Matthis Häseler innerhalb von einer Minute mit zwei Gegenstoßtreffer auf 22:17 erhöhte – die erste Fünf-Tore-Führung für die DHB-Auswahl. Selbst eine Unterzahl überstand die deutsche Mannschaft problemlos und setzte sich mit einem Spieler weniger sogar auf 26:20 ab. Zehn Minuten vor dem Ende bog die DHB-Auswahl auf die Siegerstraße ein, als David Späth seine überragende Partie mit dem Treffer zum 29:22 ins leere Tor krönte. Aber Frankreich zeigte Moral, kämpfte sich mit einem 6:0-Lauf auf 28:29 heran, weil die DHB-Auswahl in dieser entscheidenden Phase zu viele Chancen vergab. Die Partie drohte zu kippen, Heuberger nahm seine Auszeit – und Moritz Sauter traf zur viel umjubelten 30:29-Führung 30 Sekunden vor dem Ende. Und weil Späth dreimal parierte und der finale französische Freiwurf geblockt wurde, blieb es beim hauchdünnen 30:29- Erfolg.

Heuberger vertraute wieder der Mannschaft aus den ersten beiden Vorrundenspielen: Ole Pregler und Stephan Seitz, die gegen Algerien pausiert hatten, ersetzten Sören Steinhaus und Elias Scholtes. Deutschland hatte vor dem Umzug nach Magdeburg alle Vorrundenpartien in Hannover souverän mit 35:14 gegen Libyen, 46:31 gegen Tunesien und 33:22 gegen Algerien gewonnen. Der Erfolg gegen Frankreich war der elfte Sieg im elften Spiel des Jahres 2023 für das Team von Martin Heuberger.

Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Martin Heuberger: „Ich bin total glücklich über den Sieg, denn mit einer Niederlage hätten wir uns selbst unter Druck gesetzt. Wir haben das glücklich, aber verdient nach Hause geschaukelt und hatten auch das Glück des Tüchtigen. Die Jungs haben 60 Minuten Vollgas gegeben, vieles richtig gemacht, aber dann gab es den Bruch nach dem 29:22. Wir haben leider ein paar Chancen liegengelassen, haben die Angriffe zu planlos abgeschlossen und die Franzosen wieder ins Spiel gebracht. Das Überzahlspiel hat mir nicht gefallen, wir hätten höher führen können. Aber es war eine tolle Leistung, ich bin froh, dass wir das nächste Zwischenziel Berlin erreicht haben. Und an den Fehlern wird die Mannschaft arbeiten, sie werden es besser machen, da bin ich mir sicher. Die Erfahrungen eines so knappen Spiels ist wichtig für den weiteren Turnierverlauf. Als die Partie auf der Kippe stand, sind die Jungs cool geblieben, und David Späth hat uns den Sieg gerettet."

Moritz Sauter: „Unser Spiel war am Ende durchwachsen. Natürlich sind wir erstmal sehr froh, dass wir gewonnen haben. Aber wir haben eine wellenartige Leistung gesehen, mit vielen Aufs und Abs. Wir führen erst mit fünf und gehen dann nur mit einem Tor Vorsprung in die Pause. Auch im zweiten Durchgang führen wir sogar mit sieben und lassen Frankreich dann noch mal so eng herankommen, das darf uns nicht passieren. Aber wir sind sehr happy, dass wir das Spiel gewonnen haben und damit jetzt im Viertelfinale sind.“

Nils Lichtlein: „Erstmal sind wir überglücklich das Viertelfinale erreicht zu haben und das Spiel am Ende gewonnen zu haben. Wir haben es phasenweise wirklich gut gemacht, haben aber zum Ende der ersten und zweiten Halbzeit unseren Vorsprung hergegeben und damit unnötig spannend gemacht.“

Matthes Langhoff: „Erstmal ist es wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben. Über weite Strecken der Partie haben wir es auch echt gut gemacht. Am Ende haben wir uns dann aber einen Leistungseinbruch geleistet, der nicht sein muss und der es erst wieder richtig spannend gemacht hat. Trotzdem freuen wir uns jetzt über den wichtigen Sieg.“

Statistiken:

Deutschland: Späth (1), Ludwig; Freihöfer (3/3), Lichtlein (3), Häseler (4), Pregler, Seitz, Sauter (5), Langhoff, Kranzmann (1), Heitkamp, Uscins (4), Wilhelm (1), Fischer (5), Beneke (3), Sajenev – bester Werfer Frankreich: Vincent (6)

Am Montag (20.30 Uhr, live auf Eurosport) geht es in der Magdeburger GETEC-Arena gegen Kroatien um den Gruppensieg und die möglicherweise bessere Ausgangslage für das Viertelfinale am Donnerstag in Berlin. Karten für die Partie sind online über www.playthefuture23.com erhältlich. Die Kroaten hatten sich im ersten Hauptrundenspiel in Magdeburg durch das 36:23 gegen Tunesien und den späteren deutschen Erfolg ebenfalls vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert. Weitere bereits feststehenden Viertelfinalisten nach dem ersten Hauptrundenspieltag sind Portugal und die Färöer-Inseln.

Foto: Marco Wolf

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