Bundesliga - 03 / 05 / 2023

„Alles, was auf der Pritsche gesprochen wird, bleibt unter uns.“

Anders als unsere vielen ehrenamtlich tätigen Helfer, ist Jonas Friedrich am Spielfeldrand in der MBS Arena durchaus präsent. Seit 2022 ist der 28-Jährige als Physiotherapeut beim 1. VfL Potsdam tätig, hat früher selbst bei der HSG Schlaubetal Handball gegen die Adler gespielt und ist manchmal nicht nur für die körperliche, sondern auch seelische Heilung zuständig. Wir haben uns für die Rubrik „Hinter den Kulissen beim VfL Potsdam“ mit Jonas unterhalten.

Wie wird man Physiotherapeut beim VfL Potsdam?

Ich bin seit dieser Saison für den VfL im Einsatz und arbeite sehr gerne mit den Jungs. Wie meistens im Sport lief es über Kontakte. In der Sportphysiotherapie muss man besonders engagiert sein, da hat die Woche gerne mehr als 40 Stunden. Aber im Gegensatz zur Arbeit in einer Praxis habe ich keinen Achtstundentag und 16 Patienten hintereinander, sondern bin hier flexibel und behandle die Jungs auch mal abends im Hotel.

Bist Du bei allen Spielen mit dabei?

Ja, ich bin bei allen Heim- und Auswärtsspielen und auch bei jedem Training mit dabei. Ich habe selbst Handball gespielt. Leider nur bis ich 18 war, weil ich mich dann verletzt habe. Es ist aber ganz gut, weil ich mich vom Verletzungsmechanismus reinversetzen kann. Ich weiß, welche Verletzungen beim Handball häufig sind, oder welche durch die Bewegungsabläufe hervorgerufen werden können. Typisch sind Verletzungen der Sprunggelenke und Knie durch die ganzen Abstoppbewegungen und Richtungswechsel. Da haben die Gelenke unterhalb der Hüfte viel zu tun. Um fachlich dran zu bleiben, bilde ich mich ständig weiter, z.B. zur manuellen Therapie mit osteopathischem Konzept oder zur Knorpelrehabilitation, was noch mal einen ganzheitlichen Blick auf alles schafft.

Bist du als Physiotherapeut auch „Kummerkasten“, wenn die Jungs auf der Pritsche liegen?

Ja, das gehört natürlich dazu. Man braucht dafür ein Vertrauensverhältnis, dass die Spieler auch zu einem kommen, wenn was ist. Körper und Geist sind eine Einheit, und wenn es einem seelisch nicht gut geht, fühlt sich der Körper auch nicht so gut. Ich bin dafür zwar nicht ausgebildet, aber wenn ihnen was auf der Seele brennt, bin ich für sie da. Es versteht sich von selbst, dass alles, was auf der Pritsche gesprochen wird, unter uns bleibt. Ich freue mich auch, dass wir beim Heimspiel und in der Reha mit der Praxis Püschel aus Potsdam zusammenarbeiten, die auf Osteopathie und Sportrehabilitation spezialisiert sind. Mit diesem osteopathischem Konzept können wir auch mal mehr machen als nur Muskeln und Gelenke behandeln.

 

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