Bundesliga - 17 / 12 / 2023

Adler beschenken sich mit Heimsieg gegen TV Hüttenberg

Eine Woche vor Heiligabend hat der 1. VfL Potsdam sich und 1011 Zuschauer in der MBS Arena selbst beschenkt. Das junge Team von Trainer Bob Hanning siegte am heutigen dritten Adventssonntag mit 32:23 (15:10) in einem tempo- und torreichen Spiel gegen TV Hüttenberg und bleibt damit auch im 14. Spiel in Folge ungeschlagen. Die Adler beenden damit die Hinrunde der 2. Handball-Bundesliga nach 13 Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen mit 28:6 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Bester Torschütze des VfL und des Spiels war Elias Kofler mit acht Treffern.

Zum Abschluss der Hinrunde gingen die Adler mit Blick auf die Tabelle als Favoriten in das Spiel. Aus Erfahrung der letzten Saison wussten sie aber um die Kampfesstärke und Torgefährlichkeit des Gegners und gingen von Beginn an konzentriert zur Sache. Bis auf Karl Roosna und Marko Katic stand Trainer Bob Hanning sein kompletter Kader zur Verfügung. Nach erkältungsbedingtem Ausfall im Spitzenspiel gegen Hamm zeigte Elias Kofler, dass er wieder voll da ist und brachte die Adler mit 1:0 in Führung. Anschließend traf Tristan Kirschner zweimal für die Gäste, ehe Potsdams Topscorer Max Beneke per Siebenmeter den 2:2-Ausgleich einnetzte. Gemeinsam mit Abwehrchef Emil Hansson organisierte Elias Kofler nicht nur die Defensive des VfL, sondern zeigte mit einem Doppelpack zum 4:3 erneut seine Qualitäten im Angriff. Der VfL ging in den ersten zwanzig Minuten immer mal wieder mit zwei Toren in Führung, konnte sich aber nicht wirklich absetzen.

TVH-Trainer Stefan Kneer konnte sich zunächst auf sein gut besetztes Team verlassen, das ein ums andere mal die Adler in Bedrängnis brachte. Nachdem Cyrill Akakpo für zwei Minuten auf die Bank musste und der VfL in Unterzahl agierte, gelang den Gästen durch zwei von Tristan Kirschner erfolgreich verwandelten Siebenmetern der Ausgleich zum 10:10. Kaum vollzählig, legten die Adler los, nutzten ihrerseits ein Überzahlspiel zu einem 5:0-Lauf und verschafften sich mit Toren durch Moritz Sauter, Max Beneke und Marcel Nowak bis zur Halbzeitsirene ein entspanntes Polster. Beim Spielstand von 15:10 ging es zur Pause in die Kabine.

Hochmotiviert zurück auf der Platte, startete der VfL in die zweite Hälfte, wie er die erste begonnen hatte, mit einem Tor von Elias Kofler. Standing Ovations von der Adler-Bank gab es kurz darauf für Sergej Gorpishin, der mit dem Treffer zum 18: 11 seinen allerersten Treffer im VfL-Trikot erzielte. Die Adler machten weiter Druck, und in der 39. Spielminute (21:13) nahm TVH-Trainer Stefan Kneer seine zweite Auszeit, um seine Jungs neu zu sortieren. Die Ansage fruchtete, denn Ian Weber netzte kurz darauf zum 21:14 ein. Hüttenbergs Mittelmann und Topscorer, der in der kommenden Saison zur GWD Minden wechselt, wurde über die gesamte Partie hinweg ziemlich gut von der Potsdamer Abwehr ausgeschaltet und kam am Ende auf sechs Treffer.

Trotz des Rückstands kämpften die Hüttenberger angefeuert von einer Handvoll mitgereister Fans um jeden Ball und versuchten, ihre Chancen zu nutzen, was ihnen allerdings nur bedingt gelang, da die Abwehr der Gastgeber variabel agierte und sich auf Rückhalt ihrer Torhüter Lasse Ludwig und Mark Ferjan verlassen konnte. Auch im Angriff agierten die Potsdamer spielfreudig und abwechslungsreich, was nicht zuletzt auch am wechselnden Positionsspiel von Maxim Orlov lag, der mit fünf Treffern wesentlich zum Erfolg der Potsdamer beitrug.

Der Sieg der Adler war zu keiner Zeit gefährdet, was Trainer Bob Hanning dazu veranlasste, seinen gesamten Kader einzusetzen, um seine Stammspieler zu schonen, und anderen notwendige Spielzeit zu verschaffen. Letztlich machten die individuellen Qualitäten des VfL den Unterschied, genauso, wie Bob Hanning es vor dem Spiel vorausgesagt hatte. Mit 32:23 fiel der Sieg verdient hoch aus und spiegelte den Spielverlauf wider.

Stimmen zum Spiel:

Maxim Orlov: „Wir haben von Anfang an eine gute Abwehr gestellt, auch wenn wir die ersten fünf Minuten ein bisschen verpennt haben. Lasse und Mark haben uns hinten auch unterstützt, und vorne haben wir es immer mehr geschafft, die offensive Abwehr mit Tempo zu bespielen. Wir haben uns dann auch mit vielen einfachen Toren belohnt. Ich glaube, so eine offensive Abwehr ist auch für Hüttenberg sehr anstrengend, und wir haben durch das Tempospiel so lange gespielt, bis sie keine Körner mehr hatten. Zu großen Teilen hat auch das geklappt, was wir uns im Training vorgenommen hatten. Wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir nach der Hinrunde auf einem Aufstiegsplatz sind, hätten wir das sicher genommen. Wir hatten Startschwierigkeiten, sind aber von Spiel zu Spiel besser geworden und haben auch weiterhin vor, das noch zu werden. Wir haben jetzt noch alle Körner, die nötig sind, für die letzten beiden Spiele, bevor es dann in den Urlaub geht.“

Elias Kofler: „Ich glaube, ich hab mir heute keinen Druck gemacht. Ich hab gewusst, dass ich es drauf habe und bin locker geblieben, und dann kommt alles von ganz allein. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte. Ich glaube die Trainingseinheiten haben uns diese Woche wirklich geholfen. Wir haben viele Spielzüge geübt und konnten vieles auch im Spiel umsetzen. Ich weiß gar nicht, warum die zweite Hälfte temporeicher war, aber vielleicht, weil wir gemerkt haben, dass sie müde werden, und wir einfache Tore erzielen können. Wir haben momentan einen enormen Teamspirit, und wenn wir den weiterhin halten können, dann können wir so auch die nächsten Spiele gewinnen.“

Bob Hanning, Trainer VfL Potsdam: „Ich hatte mir Hüttenberg und das, was sie unter Stefan machen, genau angeschaut und sehe eine deutliche Entwicklung. Deshalb sind wir mit dem nötigen Respekt in das Spiel gegangen. Der Schlüsselmoment war in der Tat die Auszeit beim 10:10 und unser anschließender Lauf. Wir gehen mit 15:10 in die Pause, was wir gegen Hamm noch nicht so gut gemacht hatten. Damit haben wir eine sehr gute Situation geschaffen und letztlich hintenraus über Physis das Spiel gekippt und uns in einen Rausch gespielt. Mark hat gut gehalten, war hochmotiviert, das Tor zuzumachen. Elias Kofler – was soll ich sagen. Ich bin sicher, dass Österreich Europameister wird. Da lege ich mich jetzt mal drauf fest, denn wenn man auf Elias Kofler verzichten kann, dann muss man so eine gute Mannschaft haben, dass man Europameister werden muss! Er hat seine Nichtnominierung gut verkraftet und hat das heute sehr gut gemacht.

Ich habe mich auch gefreut, dass ich Paul [Sergej Gorpishin] mehr Einsatzzeit geben konnte. Wie unsere Mannschaft funktioniert, hat sich darin gezeigt, dass sowohl bei seinem als auch Ole Schramms Tor alle im Team aufstehen und sich aufrichtig über das Tor freuen. Von daher haben wir das Spiel wirklich gut gespielt, haben die 3-2-1 geschafft, auseinander zu spielen, haben uns gegen die 4-2 als Überraschungsmoment zwar sehr schwer getan, aber alles in allem war es ein wunderbarer Tag, und jetzt schauen wir, wie es weitergeht.“

Stefan Kneer, Trainer TV Hüttenberg: „Glückwunsch an Potsdam zu dem auch in der Höhe verdienten Sieg. Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Dann gab es aber beim 10:10 den Knackpunkt im Spiel, wo wir einen 5:0-Lauf der Potsdamer kriegen, weil wir vorne zu überhastete Abschlüsse nehmen und den Rückzug nicht mehr verteidigen. Dann ist leider das passiert, was wir zu Beginn der Saison schon hatten, dass wir mental weggebrochen sind und vom Kopf teilweise nicht bereit waren, und Potsdam uns ganz klar die Grenzen aufgezeigt hat. Wir haben es zwar geschafft, die prägenden Spieler Sauter und Beneke aus dem Spiel zu nehmen, aber dann kommen andere Spieler, die deren Stelle übernehmen. Wir haben heute einfach nicht gut genug verteidigt, und dann ist so eine Niederlage echt bitter. Wir haben am Freitag das nächste Spiel in Dresden, und da müssen wir das Spiel besser machen.“

Statistik:

1.VfL Potsdam: Ludwig (6 Paraden), Ferjan (6 Paraden), Hansson, Schramm (1), Simic (4), Beneke (2/2), Kofler (8), Thiele, Nowak (3), Grüner, Akakpo (2), Orlov (5), Gropishin (1), Fuhrmann (2), Sauter (4),

TV 05/07 Hüttenberg: Grazioli (6 Paraden), Rüspeler (1 Parade); Schwarz, Kirschner (4/2), Weber (6/3), Zörb, Reichl (1), Rüdiger (1), Hofmann, Klein (1), Kompenhans (4), Scheibel (1), Schreiber (1), Kuntscher (4)

Nach diesem Sieg trifft der VfL Potsdam am 23. Dezember 2023 im ersten Spiel der Rückrunde auswärts auf die GWD. Das Spiel wird um 19:30 Uhr angepfiffen und live auf Dyn übertragen. In der heimischen MBS Arena kann man die Adler am zweiten Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember, ab 17:30 Uhr wieder anfeuern. Dort trifft der 1.VfL Potsdam im Ostderby auf die HC Elbflorenz Dresden. Tickets sind im Ticketshop erhältlich: VfL Potsdam (ticketmasterpartners.com)

Foto: Sylvia Göres

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