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23
Januar
2015

Vorschau Zwote: Das Gesetz bin ich

Eine trostlose Gerichtskantine im Westen Berlins. Über den Parkettboden, den bereits in den 50er Jahren die Schuhsohlen schwofender amerikanischer GI´s bei diversen Tanzabenden abgewetzt hatten, verteilen sich quadratische Esstische, an deren Ecken der sich lösende Gummirand der austretenden Pressholzfüllung kaum noch Einhalt gebietet. Von der Wand blickt milde lächelnd ein älterer Herr, der wegen der schlechten Qualität des Bilderdrucks auf den ersten Blick wie der gealterte Guiliano Gemma aussieht und nur auf den zweiten als Bundespräsident Joachim Gauck zu erkennen ist.

Eine trostlose Gerichtskantine im Westen Berlins. Über den Parkettboden, den bereits in den 50er Jahren die Schuhsohlen schwofender amerikanischer GI´s bei diversen Tanzabenden abgewetzt hatten, verteilen sich quadratische Esstische, an deren Ecken der sich lösende Gummirand der austretenden Pressholzfüllung kaum noch Einhalt gebietet. Von der Wand blickt milde lächelnd ein älterer Herr, der wegen der schlechten Qualität des Bilderdrucks auf den ersten Blick wie der gealterte Guiliano Gemma aussieht und nur auf den zweiten als Bundespräsident Joachim Gauck zu erkennen ist.

Mit dem Rücken zu den vergilbten Doppelfenstern sitzt Gregor Oppermann, seines Zeichens seit dieser Saison der neue Kapitän der Zwoten und beruflich oberster Vertreter der deutschen Rechtssprechungsorgane. Richter Oppermann hat offenbar Verhandlungspause. Die bis zum Bauchnabel lässig aufgeknöpfte Richterrobe gibt den Blick auf die breite Schwimmerbrust frei, über die sich ein gelbes T-Shirt mit dem Antlitz von Charles Bronson spannt und den Worten „Das Gesetz bin ich“.

Vor Richter Oppermann liegt der Almanach der 1.000 Filmzitate, aus dem er bei seinen Urteilsbegründungen zu zitieren und alle Anwesenden im Saal zu ermüden pflegt, sowie eine angefangene Packung Othello Kekse und eine Ausgabe der Strafprozessordnung von 2010, die jedoch nagelneu wirkt. Als der fragende Blick des ihm gegenüber sitzenden Reporters darauf fällt, antwortet Oppermann jovial: „Hab ich noch nie benutzt!“ und tippt mit dem angebissenen Othello Keks auf den Aufdruck seines gelben T-Shirts. Dass der Keks gerade eben die halbvolle Tasse Trinkschokolade vor ihm verlassen und auf seinem Shirt nun einen braunen Fleck hinterlassen hat, scheint Oppermann kaum zu bemerken, da er dem Schreiber gerade eine blumige Zusammenfassung seines Wirkens als Mannschaftskapitän der Zwoten in den Notizblock diktiert ...

Presse: Nach einhundert Tagen im neuen Amt gibt es also aus Ihrer Sicht gar keinen Zweifel daran, dass die aktuell beste Verbandsliga-Platzierung aller Zeiten für Ihrer Mannschaft ausschließlich mit Ihrer neuen Funktion zusammenhängt?

Oppermann: Ich will es einmal diplomatisch formulieren – nein.

Presse: Was machen Sie denn anders, als ihr Vorgänger Jens Pichotta?

Oppermann: Ich mache vor allem eines - Angst!

Presse: Wie Angst?

Oppermann: Ich habe gegen alle Spieler einstweilige Verfügungen und Bewährungsstrafen verhängt.

Presse: Und deswegen spielen sie besser?

Oppermann: Das nicht. Aber sie müssen überall behaupten, dass sie es tun und zwar einzig und allein nur deswegen, weil ich jetzt Kapitän bin, sonst fahren sie ein. Ganz schön gewieft, was?!

Presse: Äh – ja. Und einen sportlichen Beitrag haben Sie gar nicht zu liefern?

Oppermann: Doch schon. Bei der Erwärmung läuft keiner die Diagonalen in der Halle so schön diagonal wie ich und zudem mache ich immer Dehnübungen aus den 80ern vor, wie ich sie am Beckenrand der Magdeburger Elbeschwimmhalle erlernt habe: Hauptsache schön federn, sage ich immer...

Presse: Haben Sie auch eine Antwort auf die umfassende Personalmisere am kommenden Samstag gegen Eberswalde?

Oppermann: Na hören Sie mal! Und ob. Ich habe schnell drei wegen diverser Torwurfdelikte einschlägig bekannte Ex-Handballer aus den JVAs Magdeburg, Brandenburg und Großbeeren zu Freigängern machen lassen. Die müssen uns am Samstag helfen.

Presse: Darf man wissen, wer die drei sind?

Oppermann: Besser nicht. Nur soviel – der eine wird „Der Iceman, der auch Feuer machen kann“ genannt, der „Käpt´n“ ist dabei und ein gewisser „Hasi“.

Presse: Hasi und der Iceman, soso. Eine Frage habe ich dann noch zum Schluss.

Oppermann: Nein keine Zeit mehr für weitere Fragen. Ich muss ins Büro und noch einen wichtigen Fall klären.

Presse: Die Prozessvorbereitung für morgen?

Oppermann: Nein Candy Crush Saga. Ich komme einfach nicht auf Level 83.

Ob Richter Oppermann das nächste Level schafft und wer gegen den SV Eberswalde die geheimnisvollen Aushilfen sind, lässt sich Samstag ab 14:30 Uhr in der Sporthalle Lise-Meitner-Straße im Kirchsteigfeld erfahren. Eintritt ist gänzlich kostenlos und Checo öffnet wieder sein Kantine „Zum geplatzten Würstchen“.

Marc Thiele

Geschrieben von Marc ThieleVeröffentlicht in: News VfL2

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