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28
April
2015

Keine Pulp Fiction - unser Jan hört auf

Es war der 20.09.2009. Der VfL Potsdam III hatte gerade seinen Einstand in der Verbandsliga Nord gefeiert. Nun stand das zweite Auswärtsspiel der Saison in Bernau an. Kurz vor dem Reiseantritt erhielt die Truppe um Checo (Chefcoach) Hanisch plötzlich prominente Verstärkung. Es handelte sich um keinen geringeren als Jan Thiele, dem, wie er vielleicht ein wenig zu oft betont, Erstgeborenen der Thiele-Zwillinge. Die Gründe für seine Demission beim VfL Potsdam II (Darstellung Jan Thiele: "Ich hatte so richtig Lust auf die Dritte. Back to the roots und so" vs. Darstellung Frank Morawetz: "Es hat sportlich für die Ostsee/Spreeliga einfach nicht mehr gereicht.") waren Checo Hanisch egal: "Bei uns hat jeder die gleichen Rechte und Pflichten. Jan hat seinen Einstandskasten mitgebracht, also wird er auch eingesetzt."

Es war der 20.09.2009. Der VfL Potsdam III hatte gerade seinen Einstand in der Verbandsliga Nord gefeiert. Nun stand das zweite Auswärtsspiel der Saison in Bernau an. Kurz vor dem Reiseantritt erhielt die Truppe um Checo (Chefcoach) Hanisch plötzlich prominente Verstärkung. Es handelte sich um keinen geringeren als Jan Thiele, dem, wie er vielleicht ein wenig zu oft betont, Erstgeborenen der Thiele-Zwillinge. Die Gründe für seine Demission beim VfL Potsdam II (Darstellung Jan Thiele: "Ich hatte so richtig Lust auf die Dritte. Back to the roots und so" vs. Darstellung Frank Morawetz: "Es hat sportlich für die Ostsee/Spreeliga einfach nicht mehr gereicht.") waren Checo Hanisch egal: "Bei uns hat jeder die gleichen Rechte und Pflichten. Jan hat seinen Einstandskasten mitgebracht, also wird er auch eingesetzt."

Beim VfL Potsdam III freute sich damals insbesondere ein Nachbar aus der Teltower Vorstadt auf Jan. Die beiden sollten für die kommenden 6 Jahre jeden zweiten Samstag zwischen September und Mai eine unzertrennliche Fahrgemeinschaft bilden. Sie dachten sich gemeinsam Ausreden für die Familien daheim aus - wenn es mal wieder später wurde, weil man gemeinsam gerade die Rolandstatue in Perleberg bestaunte, die landschaftlichen Vorzüge der Uckermark genoss oder Weihnachtskarten im Knast von Brandenburg abgab. Es war eine wunderschöne Zeit. Auszüge aus der Premierenfahrt...

Jan: Los, erzähl mir noch mal was von dieser Verbandsliga.

Jens: Was willst Du wissen?

Jan: Ist Klister dort legal?

Jens: Ja, schon legal. Aber das hat auch seine Tücken. Wenn Du zum Beispiel in Angermünde in die Sporthalle gehst, kannst Du Dir nicht einfach Klister ran machen, denn dort herrscht Klisterverbot. Es funktioniert in etwas so: Es ist legal, den Klister einzukaufen. Legal ist es auch, den Klister zu besitzen und es ist auch legal, den Klister bei sich zu haben. Aber das ist eigentlich unwichtig, zieh dir das rein, okay? Wenn du von einem Ordner in Hennigsdorf festgehalten wirst, dann hat er nicht das Recht, Dich zu durchsuchen.

Jan: Die Ordner in Hennigsdorf haben nicht das Recht dazu?

Jens: Nein!

Jan: Oh Mann, da muss ich hin, das ist doch ganz klar, was mach ich noch hier?

Jens: Ich weiß, Jan, Du wirst tierisch drauf stehen! Aber weißt Du was das Abgefahrenste an der Verbandsligastaffel Nord ist?

Jan: Was?

Jens: Das sind die kleinen Unterschiede. Ich meine, wir haben den gleichen Scheiß, der bei Dir in der Ostsee-Spree-Liga gelaufen ist. Aber hier... läuft´s ´ne Spur anders.

Jan: Zum Beispiel?

Jens: Zum Beispiel wenn Du in Grünheide in die Sporthalle gehst, kaufst Du Dir ´nen Bier. Und ich meine nicht so einen billigen Pappbecher, ich rede von einem Glas Bier. Und in Perleberg kannst Du Dir an der Tankstelle ein Bier kaufen. Und weißt Du, wie die eine Brühwurst, die vor dem Garen in Heißrauch für etwa 30 bis 60 Minuten geräuchert wird, in Bad Freienwalde nennen?"

Jan: Die nennen sie nicht: Brühwurst, die vor dem Garen in Heißrauch für etwa 30 bis 60 Minuten geräuchert wird? 

Jens: Nein Mann, die haben das metrische Systrem, die wissen gar nicht, was eine Brühwurst, die vor dem Garen in Heißrauch für etwa 30 bis 60 Minuten geräuchert wird, ist.

Jan: Wie nennen sie die dann?

Jens: Die nennen sie: Bockwurst.

Jan: Bockwurst. Verrückt.

Jens: Und weißt Du was die in Angermünde statt Ketchup auf diese Bockwurst tun'?

Jan: Was?

Jens: Senf!

Jan: Iiiiih, ist das eklig!

Jens: Hab ich selbst gesehen, Mann, die ersäufen die in der Tunke

Jan und Jens sind mittlerweile in Bernau angekommen. Sie steigen aus dem Auto aus, gehen nach hinten und öffnen den Kofferraum...

Jan: Wie viele sind da drin?

Jens: Mindestens 14 Spieler. Dazu ungefähr 30 Zuschauer, ein Teil davon alkoholisiert.

Jan: Unser Mann mitgezählt?

Jens: Matze Premnitz? Weiß ich nicht. Ich glaube, der hat nur in seiner Heimat Hallenverbot.

Jan: Das heißt, da drin könnten bis zu 45 Mann sein?

Jens: Kann sein.

Jan: Na gut. Handtücher sind angesagt. Vielleicht komme ich in dieser Verbandsliga ja auch mal ins Schwitzen. (Packt sich sicherheitshalber ein Handtuch ein.)

Jan betritt das Hallenfoyer und schaut sich um. Warum hier heute Eintrittskarten verkauft werden sollen, erschließt sich ihm auf den ersten Blick nicht. Die beiden Teenager im Kassenbereich bemerken die Neuankömmlinge gar nicht und spielen lieber "Snake" auf ihren nagelneuen Nokia-Telefonen. Ein paar ältere Herren stehen beisammen und unterhalten sich leise. In der Bierauswahl geben sie einer norddeutschen Marke aus dem Städtchen Sternburg gegenüber dem regionalen "Torwächter" den Vorzug. Die Dame vom Hallenimbiss blättert lustlos in einem Groschenroman. Den Kuchen musste sie noch nicht einmal anschneiden. Plötzlich kommen ein paar Kinder angerannt. Das vordere Kind zieht an einem Band einen Sparkassen-Luftballon hinter sich her, den die ihm folgenden Kinder zu erhaschen versuchen... Jan ist es egal. Er stellt seine Sporttasche ab und ruft:

"DER PFAD DER GERECHTEN IST AUF BEIDEN SEITEN GESÄUMT MIT FREVELEIEN DER SELBSTSÜCHTIGEN UND DER TYRANNEI BÖSER BERNAUER: ICH WERDE GROSSE RACHETATEN AN DENEN VOLLFÜHREN; DIE DA VERSUCHEN MEINE BRÜDER VOM VFL ZU BESIEGEN. UND MIT GRIMM WERDE ICH STRAFEN!

Es ist plötzlich mucksmäuschenstill. Die Kinder haben sich schnell ins Halleninnere verdrückt. Die Männer mit den Bieren schauen erstaunt zu Jan rüber. Beim Snake-Spiel sind die Schlagen längst in die Wände gerauscht. Jan blickt sich triumphierend um. Die Message ist angekommen. Seelenruhig geht zu der verschreckten Dame vom Imbiss rüber, baut sich vor ihr auf und fragt: "Gute Dame, kann ich bitte den Schlüssel für die Gästekabine haben?".

Zum kommenden Wochenende: Beim abschließenden Spiel der Saison 2014/2015 gegen Rot-Weiß Werneuchen man Jan Thiele genauso wie seinen Bruder Marc und den zukünftig auswärts studierenden Max Zerm vielleicht ein letztes Mal gemeinsam im Dress des "Zwoten formerly known as Die Dritte" auflaufen. Checo Hanisch dazu: "Es ist einfach ein Jammer. Dabei habe ich mir gerade erst gemerkt, wer von den Thiele-Zwillingen welcher ist." Die Zwote könnte mit einem Erfolg die erfolgreichste Saison ihrer Geschichte krönen. Anpfiff der Verbandsligapartie ist Samstag, 25.04.2015, 16:00 Uhr in der Sporthalle am Kirchsteigfeld. Der Eintritt ist wie immer frei.

(jepi)

Geschrieben von Jens PichottaVeröffentlicht in: News VfL2

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