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11
März
2015

Der Pate vom Kirchsteigfeld

Wir befinden uns im März des Jahres 2015. Viele der Mietwohnungen des Kirchsteigfeldes sind an diesem Mittwochabend schon seit Längerem beleuchtet. Stunden zuvor noch schoben glückliche Mütter ihre Kinderwägen durch die Straßen. Die Väter unterhielten sich am Straßenrand über die letzten Bundesligaergebnisse oder den Vorzügen ihrer gerade erst neu angeschafften Familienkutschen. Auf den Spielplätzen herrschte reger Betrieb. Überall sah man fröhliche Kinder. Was die Anwohner nicht wissen, nicht wissen können: In einer Grundschule des gutbürgerlichen Stadtviertels, unauffällig aus der Sporthalle heraus, führt Gangsterboss Don "Checo" Hanisch seine zwielichtigen Geschäfte. Der Öffentlichkeit bekannt als engagierter Nachwuchstrainer und Chefcoach des VfL Potsdam II schlug die Unterweltsgröße schon vor einiger Zeit einen zweiten Karriereweg ein. Mit der nicht angemeldeten Führung seines Gastronomiebetriebes "Zum geplatzten Würstchen" in der Sporthalle und der unversteuerten Zuführung von Bier-Kronkorken bei den örtlichen Altstoffhändlern hat sich der Don innerhalb kurzer Zeit ein nicht zu bezifferndes Vermögen erschaffen. Es ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber dort, in der Umkleidekabine der Sporthalle, werden strategische Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für die gesamte Menschheit getroffen. Mindestens...

 

 Wir befinden uns im März des Jahres 2015. Viele der Mietwohnungen des Kirchsteigfeldes sind an diesem Mittwochabend schon seit Längerem beleuchtet. Stunden zuvor noch schoben glückliche Mütter ihre Kinderwägen durch die Straßen. Die Väter unterhielten sich am Straßenrand über die letzten Bundesligaergebnisse oder den Vorzügen ihrer gerade erst neu angeschafften Familienkutschen. Auf den Spielplätzen herrschte reger Betrieb. Überall sah man fröhliche Kinder. Was die Anwohner nicht wissen, nicht wissen können: In einer Grundschule des gutbürgerlichen Stadtviertels, unauffällig aus der Sporthalle heraus, führt Gangsterboss Don "Checo" Hanisch seine zwielichtigen Geschäfte. Der Öffentlichkeit bekannt als engagierter Nachwuchstrainer und Chefcoach des VfL Potsdam II schlug die Unterweltsgröße schon vor einiger Zeit einen zweiten Karriereweg ein. Mit der nicht angemeldeten Führung seines Gastronomiebetriebes "Zum geplatzten Würstchen" in der Sporthalle und der unversteuerten Zuführung von Bier-Kronkorken bei den örtlichen Altstoffhändlern hat sich der Don innerhalb kurzer Zeit ein nicht zu bezifferndes Vermögen erschaffen. Es ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber dort, in der Umkleidekabine der Sporthalle, werden strategische Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für die gesamte Menschheit getroffen. Mindestens.

An diesem Mittwochabend gibt der Don verschiedenen Gästen Privataudienzen. Er sitzt im Trainingsanzug in der Umkleidekabine, zieht ab und zu am Strohhalm seiner Capri-Sonne. Auf seinen Schoß hat er einen Handball liegen, den er liebevoll streichelt. Zu seiner Linken befindet sich Uwe "Sonny" Berg, sein ältester Sohn. Der Frauenschwarm ist dafür da, Überzeugungsarbeit bei der Lösung von Problemen zu leisten. Dass er sein Metier versteht, davon berichten zahlreiche Narben an seinen Fäusten. Zur Rechten des Dons sitzt Jan "Tom Hagen" Thiele, der Consigliere. Er ist gerade aus den DEFA-Studios Babelsberg zurückgekehrt, hat einem befreundeten Schauspieler eine Nebenrolle in der Vorabendsoap GZSZ beschafft. In seiner Jackentasche steckt ein Foto von einem abgeschlagenen Pferdekopf. Plötzlich hält vor der Sporthalle ein VW Golf mit OHV-Kennzeichen. Dem Fahrzeug entsteigt eine unbekannte Person. Die unbekannte Person schaut sich um, wirkt unschlüssig, was sie tun soll. Dann aber scheint sie sich einen Ruck zu geben, betritt den Seiteneingang der Sporthalle und wenig später die Umkleidekabine. Don Hanisch weist einen Platz auf der ihm gegenüberliegenden Bank zu und gibt der unbekannten Person mit einer winzigen Handbewegung zu verstehen, dass sie ihr Anliegen vortragen soll.

Die unbekannte Person: Ich glaube an Oranienburg. Ich bin in Oranienburg groß geworden und ich habe die Spieler meiner Mannschaft zu echten Oranienburgern geformt. Ich ließ Ihnen viel Freiheit. Ich lehrte sie ihrem Handballverein niemals Schande zu machen. Was haben sie getan? Sie besiegten viele Mannschaften, aber dann verloren sie in Bad Freienwalde. Ich habe geweint. Warum habe ich geweint? Weil unser Aufstieg in Gefahr ist. Ich wusste zunächst keinen Ausweg. Aber dann habe ich gesagt: Für Gerechtigkeit müssen wir zu Don Hanisch gehen.

Don Hanisch: Warum gehst Du erst zu anderen Mannschaften? Warum kommst Du nicht gleich zu mir?

Die unbekannte Person: Was verlangen sie von mir? Sagen sie, was es ist. Aber tun sie worum ich sie bitte.

Don Hanisch: Was soll ich tun?

Die unbekannte Person hält inne. Sie überlegt, ob sie ihr Anliegen laut vortragen soll. Dann steht sie auf, geht zum Don und flüstert ihm etwas ins Ohr.

Don Hanisch hört sich ruhig an, was die unbekannte Person ihm sagt und wartet, bis sie sich wieder gesetzt hat. Er überlegt kurz und sagt dann: Das kann ich nicht tun.

Die unbekannte Person: Ich gebe Ihnen dafür was sie verlangen.

Don Hanisch schaut seinem Gegenüber ins Gesicht, überlegt wieder und sagt dann: Wir beide kennen uns nun schon viele Jahre aber heute kommst Du zum ersten Mal zu mir, um um Rat und um Hilfe zu bitten. Ich kann mich nicht erinnern, dass Du mich das letzte Mal zu einem kleinen Glas Pils eingeladen hast. Lass uns ganz offen sein: Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft. Du hast Dich gefürchtet in meiner Schuld zu sein.

Die unbekannte Person: Ich wollte nur keine Unannehmlichkeiten haben.

Don Hanisch: Ja, ich weiß, für Dich war die Verbandsligastaffel Nord das Paradies. Ihr habt Siege ohne Ende eingefahren, habt Euch für unbesiegbar gehalten. Wozu noch einen Freund wie mich? Aber jetzt kommst Du zu mir und sagst: Don Hanisch, verschaff mir Gerechtigkeit. Aber Du zeigst mir keinen Respekt. Bietest mir keine Freundschaft an. Du sagst nicht einmal Pate zu mir. Nein, stattdessen kommst Du zum Mittwochtraining meiner Mannschaft und bittest mich, Euren größten Konkurrenten Bad Freienwalde vernichtend zu schlagen um die eigenen Aufstiegspläne verwirklichen zu können.

Die unbekannte Person: Ich bitte Sie um Gerechtigkeit.

Don Hanisch: Das ist keine Gerechtigkeit. Deine Mannschaft lebt.

Die unbekannte Person: Dann lassen Sie die Bad Freienwalder fühlen, was Sie verbrochen haben. Wieviel soll ich bezahlen?

Die Mine von Don Hanisch verfinstert sich. Er legt den Handball aus der Hand und steht langsam auf. Uwe "Sonny" Berg lässt die Gelenke seine Fäuste ein wenig knacken. Jan "Tom Hagen" Thiele richtet nervös seinen Schlipps.

Don Hanisch: Bonasera, äh oder wie immer Du auch heißt, was habe ich Dir bloß getan, dass Du mich so respektlos behandelst? Wärst Du in Freundschaft zu mir gekommen, dann würde die Mannschaft, die Euch besiegt hat, gleich beim nächsten Aufeinandertreffen mit der "Zwoten formerly known as Die Dritte" dafür leiden. Und wenn Du Dir als anständiger Mensch Dir heute Jemanden zum Feind machen würdest, würde ich ihn als meinen Feind betrachten. Er würde Dich fürchten!

Die unbekannte Person schaut ehrfurchtsvoll zum Don und zögert einen Moment. Dann steht sie ebenfalls auf und geht zum Don.

Die unbekannte Person: Wollen Sie mein Freund sein? (Don Hanisch reicht ihm die Hand. Die unbekannte Person nimmt die Hand und küsst sie).

Die unbekannte Person: Mein Pate!

Don Hanisch lächelt milde und klopft der unbekannten Person auf die Schulter: Gut. Irgendwann, möglicherweise aber auch nie, werde ich Dich bitten, mir eine kleine Gefälligkeit zu erweisen. Aber, so lange ich das nicht tue, soll die Gerechtigkeit ein Geschenk für Dich sein am Tage des Jubiläumssiegs von Team ALT gegen Team JUNG.

Die unbekannte Person schaut etwas bedröppelt: ?

Don Hanisch: Na gerade eben, beim Fußballspiel der Zwoten.

Jan "Tom Hagen" Thiele öffnet die Tür. Die unbekannte Person verlässt zügigen Schrittes die Umkleidekabine und steigt wenig später in den VW Golf. Das Fahrzeug verlässt mit leicht erhöhter Geschwindigkeit die Straße vor der Grundschule und befährt anschließend die AVUS in nördliche Richtung. Plötzlich klingelt das Telefon der unbekannten Person. Die unbekannte Person nimmt ab und zuckt leicht zusammen, als sie am anderen Ende die tiefe Stimme von Uwe "Sonny" Berg vernimmt.

Uwe "Sonny" Berg: 10 Bierkästen. Übergabe in der Nacht nach dem Bad Freienwalde - Spiel. Verstanden?

Die unbekannte Person: Äh, ja, natürlich. (Erleichtert vernimmt die unbekannte Person das Klicken in der Telefonleitung).

Eine Parodie der Szene ist auch zu finden auf: https://www.youtube.com/watch?v=YlLdGlaO4gk

(jepi)

PS: Das Spiel am WE gegen Frankfurt fällt aus. Die Gäste haben abgesagt. Der Don kommentierte es mit einem vielsagenen Lächeln...

 

Geschrieben von Jens PichottaVeröffentlicht in: News VfL2

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