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03
April
2014

Auf brettharten Bänken

Prolog: Es war die Auswärtsfahrt, die die Kurstadthandballer jede Saison fürchten. Wenn es heißt „Richtung Halle an der Lise-Meitner-Straße 4-6“ vergeht den Spielern, sowie den Fans das Lachen, denn jedes Spiel in dieser äußerst beliebten, kleinen aber feinen Halle ging in den letzten Jahren für die Freienwalder immer negativ aus, so auch in dieser Saison...

 

Prolog: Es war die Auswärtsfahrt, die die Kurstadthandballer jede Saison fürchten. Wenn es heißt „Richtung Halle an der Lise-Meitner-Straße 4-6“ vergeht den Spielern, sowie den Fans das Lachen, denn jedes Spiel in dieser äußerst beliebten, kleinen aber feinen Halle ging in den letzten Jahren für die Freienwalder immer negativ aus, so auch in dieser Saison.

„Kurstadtinferno“. Die Abordnung des bekannten und äußerst stimmungsvollen Bad Freienwalder Fanclubs machte es sich letzten Samstag im Wohnzimmer der „Die Zwote formerly known als die Dritte“ zur besten Handballzeit erst einmal so richtig gemütlich: Die Jungs in ihren schwarzen T-Shirts und den roten Schals hängten ein paar witzige Bilder und Poster mit den Insignien ihres Clubs an die Wand, schoben die Kissen zurecht, befüllten ihre Getränkehalter mit dem guten Hasseröder, wedelten ihre selbstgestickten Fähnchen durch die Hallenluft und übten ihre Fangesänge, dass es eine wahre Freude war.

Schon als das „Kurbadinferno“ im Reisebus die Potsdamer Spielstätte erreichte, trommelten die Clubmitglieder wie wild von innen mit ihren Fäusten an die Busfenster, um die just vorbeischreitenden Daniel Böhm und Toralf Vietze womöglich zu beeindrucken. Doch die Potsdamer Routiniers schauten sich nur an, blinzelten in die Nachmittagssonne und gähnten herzhaft wie die Braunbären beim Mittagsschlag im Tierpark Berlin.

Auch die dramatische und perfekt synchronisierte Erwärmungschoreografie der zweitplatzierten Kurstadthandballer entlockte der Zwoten wenig später auf der Spielfläche nicht mehr als ein anerkennendes Nicken. „Ist es kalt hier drin, oder bin ich das?" Stefan Glogner hatte Cocos Ansprache ebenso verinnerlicht, wie seine Mitspieler. Doch irgendwie kam es ihm vor, als hätte er genau diesen Satz schon einmal gehört …

Die Zwote, scherzhaft in Spielberichten des Gegners gern auch mal als „Regionalliga-Reserve“ hochgejazzt, wusste jedenfalls nicht, ob die jungen Heißsporne aus Bad Freienwalde ihren jüngsten Höhenflug gegen die „Alte Herren“-Mannschaft des Templiner SV Lokomotive (so war es jedenfalls im Spielbericht zu lesen) verkraftet hatten. Schließlich waren sie in den Augen der Gäste in der Mehrheit wohl auch nichts anderes als Handball-Opis. Angesichts des Schlangengift-Duftes in der Kabine, der Formen- und Farbenvielfalt der Bandagen, die um blasse Körper gewickelt wurden und des rücksichtslosen Arzneimittelmissbrauchs mochten die jungen Sportsfreunde sogar ein wenig Recht haben. Der Zwoten war es jedoch augenscheinlich egal, was die Gegenspieler dachten, denn die Dudes von Coco Berg machten ihr Ding. Wieder mal.

Und das ging so: hinten wie gehabt den guten Portlandzement anmischen, Keeper Toralf ab und an anwerfen lassen und vorn Feuer frei für Max und Dr. Jan und Gregor und Herrn Böhm und und und ... 22 Mal die Pille im gegnerischen Kasten untergebracht, selbst nur 15 bekommen – entspannt schlenderte die Zwote zum frisch gebrühten Pausentee, während das „Kurstandinferno“ mit letzter Kraft die eigene Mannschaft zu einer besseren Leistung anzutreiben versuchte. In seiner Hilflosigkeit verstieg sich der Gästeclub eingangs der zweiten Halbzeit dazu, die in der Halle anwesenden Familienangehörigen von Torwart-Bambino Julien zu beleidigen. Das hätten sie mal besser lassen sollen, denn der Bambino hielt mit berechtigter Wut im Bauch erst einmal eine Runde Bad Freienwalder Wurfversuche und Zack stand es 30:18 für die Hausherren. Das Spiel war um und der Tabellenzweite konnte seine Aufstiegsträume an die Sporthallentür nageln. Zumindest einen Gefallen tat die Zwote ihren Gästen und blieb unter der 40-Tore-Marke: 38:29.

Epilog: Wir freuen uns darauf, euch auch im kommenden Jahr wieder in unserer liebgewonnenen kleinen Arena begrüßen zu dürfen, auch wenn wir uns schon jetzt beim anonymen Autoren des Bad Freienwalder Spielberichts entschuldigen möchten, dass er seine vier Buchstaben nicht auf einen samtbezogenen Polstersitz mit Rückenlehne und integrierter Minibar, sondern auf brettharte Turnbänke, Mattenstapel oder Kastenteile pflanzen muss. Wir geben unser Bestes, dass wir beim nächsten Mal einen einem Sechstliga-Spiel angemessene Rahmen schaffen und in der MBS-Arena antreten können. Unsere Erste macht das Vorspiel – das ist ja wohl das mindeste!

Marc Thiele

Geschrieben von Jens PichottaVeröffentlicht in: News VfL2

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