Die "Dritte" ist das geilste Team der Welt
Kategorie: VerbandsligaVON: JEPI
So rechtzeitig vor Spielbeginn war die 3.Mannschaft des VfL Potsdam wohl noch nie bei einem Auswärtsspiel vor Ort. Ein Akt von einkehrender Professionalität bei der „Dritten“? Von wegen. Schon bald nach Abfahrt in Potsdam zeigte sich, dass die kalkulierte Ankunftszeit nur noch für eine halbstündige Vorbereitung reichen dürfte. Wenigstens konnte so die Bundesligaberichterstattung in Inforadio zu Ende gehört werden. Aber vor Ort bekamen die Potsdamer dann doch noch einen ungeplanten, 30 minütigen, Zeitbonus. Es waren nämlich keine Schiedsrichter da. Eine solch knifflige Situation wird in den meisten Fällen so gelöst, dass jede Mannschaft einen Unparteiischen stellt, der das Spiel pfeift. Die „Dritte“ überließ dem Gastgeber lieber die Spielleitung, da sie mal wieder mit einem schmalen Kader und nur einem Teil ihres kongenialen Trainergespanns (Coco Gajewski) angereist war. Eine Entscheidung, die die Gäste auf keinen Fall übervorteilte, wie sich zeigen sollte.
Die wunderschöne Kurstadthalle von Bad Freienwalde war vermutlich wegen der im Anschluss der Partie dort stattfindenden Weihnachtsfeier des Vereins mit ca. 400 Zuschauern besonders gut gefüllt. Der gastgebende SV Jahn stand nach durchwachsenem Saisonstart gehörig unter Druck. Einige Leistungsträger haben den Verein vor Beginn der Spielzeit verlassen. Schon früh zeigte sich, dass die „Dritte“ mit einer engagierten Vorstellung in Abwehr und Angriff an diesem Tage gut mithalten kann. Engagiertes Abwehrarbeit, dass hieß, vor allem das druckvolle Angriffsspiel mit den wurfgewaltigen Rückraumspielern auf den Halbpositionen zu unterbinden. Zudem hatte Toralf im Potsdamer Tor einen sehr, sehr guten Tag erwischt. Engagiertes Angriffsspiel, das hieß für die rechte Angriffsseite, den Ball sicher zur linken Angriffsseite zu bringen, denn was dort Robert, Max und Dr. Jan an diesem Tag mit dem Ball anstellten, hatte stets Hand und Fuß. Die „Dritte“ setzte sich so nach und nach bis zum Halbzeitstand von 12:8 ab. Es hätte noch ein viel größerer Vorsprung sein können, aber äußere Umstände (siehe oben: Ansetzung der Schiedsrichter) ließen das leider nicht zu. Die einzigen Zeitstrafen hatten bis zu diesem Zeitpunkt die Gäste gesehen. Das sagt eigentlich alles.
Nach dem Seitenwechsel gibt es ja normalerweise die stets befürchtete verlängerte Auszeit des VfL III. Diesmal gab es sie nicht. Beim 19:16 war der Gastgeber das letzte Mal auf Tuchfühlung heran. Dann zogen die Gäste davon und am Ende stand ein zuvor in dieser Höhe niemals für möglich gehaltener 25:19 – Sieg zu Buche. Eigentlich unfassbar, aber 24 der 25 Potsdamer Treffer erzielten Robert, Max und Dr. Jan. Ob für den anderen Treffer entweder Gregor, Flo, Stefan, Volki oder Jens zuständig war, ist vielleicht ein schönes Preisrätsel für die bevorstehende Weihnachtsparty der „Dritten“. Die Feier des SV Jahn Bad Freienwalde hingegen musste leider unter schlechten Vorzeichen starten. Umso bemerkenswerter fand es der VfL III, dass ein freundlicher Spieler des Gastgebers (Name leider unbekannt) die Potsdamer dennoch kostenlos mit Getränken versorgte. Der Inhalt der Gespräche im Rahmen der anschließenden Spielauswertung in einer Tankstelle an der B158 kann man mit oben angeführter Feststellung (siehe Überschrift) zusammenfassen. Insgesamt war es für alle Beteiligten ein wunderschöner Ausflug. Die Mannschaft ist nun mit ausgeglichenem Punktstand im Mittelfeld der Liga platziert.
Die „Dritte“ mit einem überragenden Toralf im Tor, Robert, Max, Gregor, Flo, Stefan, Volki, Dr. Jan und Jens

