Nachricht vom VfL Potsdam
Nur drei Tage trainingsfrei
Kategorie: 2. Bundesliga, PressemeldungenVON: SEBASTIAN MORGNER
MAZ
Der VfL Potsdam startet am Freitag in die Vorbereitung auf die Rückrunde und arbeitet dann akribisch für den Klassenerhalt in Liga zwei
POTSDAM - Mehr Konstanz, bessere Chancenverwertung, bissiger in der Abwehr: Vor den Zweitliga-Handballern des 1. VfL Potsdam liegt noch eine Menge Arbeit, um am Saisonende die Mission Klassenerhalt erfolgreich zu beenden. Das Team von Trainer Rüdiger Bones startet am Freitag in die Vorbereitung auf die Rückrunde. Nach 18 Spielen steht das Team aus der Landeshauptstadt mit zwölf Punkten auf einem Abstiegsrang. Punktgleich mit dem Tabellensechzehnten Düsseldorf. „Wenn es optimal gelaufen wäre, wären es 18 Zähler gewesen. Realistisch waren aber 16 Punkte“, ärgert sich Bones noch immer über die letzten Heimniederlagen gegen den TV Emsdetten (28:29), Tusem Essen (24:25) und TV 1893 Neuhausen (30:33). Auch gegen HSG Düsseldorf oder in Bietigheim sei mehr drin gewesen.
Gerade diese Spiele stimmen den 53 Jahre alten Coach aber optimistisch. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die eingleisige Liga ausgeglichener denn je ist. Da kann jeder jeden schlagen“, so Bones. Auch die Potsdamer sorgten für Überraschungen. So am 13. Spieltag, als das Team den Bundesliga-Absteiger DHC Rheinland mit 30:21 aus deren Halle fegte. Oder beim 30:24-Heimsieg gegen den Favoriten TSG Friesenheim. „Da hat alles gestimmt“, erinnert sich der Trainer. „Wir müssen immer mehr als hundert Prozent geben. Aber alle. Fällt eine Position aus, ist kein anderer Spieler in der Lage, das zu kompensieren. Bei uns muss alles zusammenpassen. Dann haben wir das Zeug für die zweite Liga. Zudem fehlt uns einer, der aus der Ferne mal für zehn Tore gut ist.“
Auch daran werden Bones und sein Trainerstab in den nächsten vier Wochen arbeiten. Während der Feiertage weilte der Coach mit der Familie im Vogtland und hatte beim Skifahren Zeit, sich einen Plan für das Ziel Klassenerhalt auszudenken. Nur drei Tage werden die Potsdamer trainingsfrei bekommen. „Wir ziehen die ersten beiden Wochen durch. Täglich wird trainiert“, berichtet Bones. Vom 12. bis zum 15. Januar geht es ins Trainingslager nach Naumburg, am 16. Januar haben die Jungs das erste Mal Zeit zum Durchatmen. „Danach werden wir vier Tage intensiv arbeiten.“ Am 18. Januar wartet ein Höhepunkt auf die Spieler: Im Rahmen der Einweihung der neuen Arena im Luftschiffhafen empfängt der VfL den Bundesligisten Füchse Berlin (19 Uhr). Nach dem freien Wochenende am 21. und 22. Januar geht es in die Endphase der Vorbereitung. „Vor den ersten Spielen werden wir noch einmal anziehen“, verspricht der Verantwortliche, der im Vorjahr mit der Mannschaft eindrucksvoll die Qualifikation zur neuen zweiten Liga geschafft hatte. Auch deshalb sind die Erwartungen hoch. Doch die Statistik spricht eine eigene Sprache: Potsdam holte im Vorjahr insgesamt nur 13 Punkte gegen die Mannschaften, die heute in Liga zwei spielen. „Die restlichen Punkte haben wir gegen die Absteiger eingefahren. Es wird ein Kampf bis zum letzten Spieltag.“
Um am 2. Mai das Ticket für ein weiteres Jahr in Deutschlands zweithöchster Spielklasse in den Händen zu halten, muss sich einiges ändern. „Von der Einstellung her kann ich überhaupt nichts sagen. Die Jungs sind gewillt, technisch sauberen Handball zu spielen. Auch der Zusammenhalt zeichnet uns weiter aus“, sagt Bones. Doch allein das wird nicht ausreichen. „Wir müssen mehr Schwein sein, müssen in der Abwehr aggressiver decken und in der Offensive die Chancen besser nutzen“, fordert Bones. Tormöglichkeiten waren in der ersten Halbserie vorhanden, doch oftmals war an den Keepern mit Erstliga-Erfahrung kein Vorbeikommen. „Ich wünsche uns, dass wir die vier Wochen alle gesund überstehen und uns im konditionellen sowie taktischen Bereich stabilisieren und weiterentwickeln.“
Denn Bones weiß: Zum Start Anfang Februar warten gleich Eisenach und Saarlouis. „Es wird nicht einfacher. Doch wir wollen dort schon etwas holen.“ Wichtig sei ihm, dass sich seine Spieler „nicht vom Tabellenbild nervös machen lassen. Es wird auch eine Kopfsache.“

