VfL bestreitet Spitzenspiel der 2. Liga in Ahlen
Kategorie: 2. BundesligaVON: WOLFGANG JASINSKI
Weiter geht´s in der unglaublichen Erfolgsgeschichte des VfL Potsdam: Der Aufsteiger reist am Sonnabend als Zweitplatzierter der 2. Bundesliga zum Spitzenspiel (!) nach Ahlen. Der aktuelle Dritte, dessen Fusion mit dem Tabellenführer ASV Hamm beschlossene Sache ist, wird die Scharte der 29:33-Auswärtsniederlage beim starken VfL Bad Schwartau auswetzen und nach Punkten wieder mit dem Team von Erfolgstrainer Peter Melzer gleichziehen wollen. Lachender Dritter wäre dann unter Umständen Verfolger TV Emsdetten (derzeit 12:4), der bei einem eigenen Sieg in Varel nach Minuspunkten besser stünde als beide Kontrahenten, die dann je 15:5 Zähler hätten.
Die Ahlener sind seit Jahren eine absolute Spitzenmannschaft der zweithöchsten Spielklasse und büßten in dieser Saison überhaupt erst Punkte bei Niederlagen in Dessau-Roßlau und eben Bad Schwartau sowie einem Auswärts-Remis in Hildesheim ein. Die Minuszähler des VfL resultieren aus dem eher als Erfolg anzusehenden Auftakt-Unentschieden gegen Hamm und dem verlorenen Spiel in Rostock. Seither war Potsdam in nicht weniger als sieben Partien nacheinander siegreich, was das Selbstvertrauen der Truppe um Spielmacher Lars Melzer und Keeper Ariel Panzer enorm gesteigert hat.
Experten hatten für die Liga vorausgesagt, dass dort jeder jeden schlagen könne. Die bisherigen Ergebnisse belegen das – außer für den Aufstiegsaspiranten ASV Hamm. Und der erlitt seinen einzigen Punktverlust an der Havel. Der VfL fährt daher durchaus nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht übertrieben optimistisch ins westfälische Münsterland – eher in der Gewissheit, dass selbst in der rund 1 200 Zuschauer fassenden Friedrich-Ebert-Halle (August-Kirchner-Str. 13, 59229 Ahlen) nichts von vornherein ausgeschlossen ist.
,,Wir haben dort nichts zu verlieren und werden versuchen mitzuspielen´´, sagt VfL-Trainer Peter Melzer. Den Wirbel um die beschlossene Spielgemeinschaft Ahlens mit Hamm sieht er eher nicht als Vorteil für sein Team. ,,Die Ahlener Spieler werden besonders heiß sein, wollen sich ja anbieten für die künftige Erste oder für andere Vereine. Außerdem werden sie uns wohl auch zeigen wollen, dass wir da oben nicht hingehören.´´
Die Zielstellungen beider Mannschaften für diese Saison – für Potsdam Klassenerhalt, für Ahlen das obere Tabellendrittel – sind für eine Prognose zum Spielausgang ebenso wenig tauglich wie die Resultate beider Teams aus der ersten Zweitliga-Saison des VfL 2006/07. Damals hatte es aus Potsdamer Sicht zu Hause 26:30 und auswärts 22:27 geheißen.

