12-04-11 13:44 Alter: 1 yrs

Potsdam Hills 90210 SPEZIAL - Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Kategorie: Oberliga

VON: DER VERFASSER DIESES TEXTES

Wegweiser für Leser, die den Artikel vorschnell wieder schließen möchten:

1. Spielbericht: Ostsee-Spree-Liga: MTV Altlandsberg - 1. VfL Potsdam

2. Vorschau: HVB-Pokalfinale: 1. VfL Potsdam - Ludwigsfelder HC

 

 

Männer Turn Verein Altlandsberg hieß der Gastgeber des 1. VfL Potsdam II am letzten Wochenende. Nachdem die erste Männermannschaft des VfL sich am Vortag mit 24:24 vom HC Empor Rostock getrennt hatte, wollten die Youngsters mal zeigen, wie man sich 2 Punkte gutschreiben lässt. Die Verletzungen von Kapitän Nico Wiede und des immer noch nicht vollständig genesenen Dominik Groth wurden wie in den Wochen zuvor durch die Rekrutierung von Hendrik Retschlag und Moritz Bruck kompensiert. Auch hinter dem Einsatz von André Langen stand noch bis Mitte der ersten Hälfte ein dickes Fragezeichen, da er durch eine Finalgon-Intensivbehandlung kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Durch einen frühzeitigen Aufbruch in Richtung Altlandsberg hatte das Juniorteam rekordverdächtig viel Zeit vor der Erwärmung dem (verzeihen sie meine Wortwahl, aber das Spiel heißt so) Arschball zu frönen. Dabei wurde jedes Körperteil eines Mitspielers mindestens einmal getroffen – bis auf das erklärte Ziel: das Gesäß.

Vielleicht lag es daran, dass sich die Handballer von der Havel schon vor der Partie bei diesem leistungsorientierten Spiel verausgabt hatten, dass auf der Platte zu Beginn enttäuschend wenig zu sehen war. Von Anfang an gerieten die Youngsters in Rückstand und nicht eine einzige Sekunde der Partie konnten sie in Führung gehen. Ein 3:3 nach etwa 7 Minuten war nicht grade ein Indiz für die Stärke des 4.-platzierten VfL gegen den um den Klassenerhalt kämpfenden Tabellenelften. Als hätte das Juniorteam Spaß  daran es sich gegen vermeintlich schwächere Gegner schwer zu machen, stellte man nur noch eine provisorische Abwehr und ließ den gegen Cottbus so starken Carsten Welker zwischen den Pfosten sträflich allein. Die Angriffstaktik der Adler schien vorzusehen den gegnerischen Torhüter zu zermürben indem man ihm so viele blaue Flecken wie möglich zufügte, doch noch nicht mal das gelang in voller Perfektion, denn er eine oder andere Ball landete versehentlich im Tor. Zur Halbzeit lag der VfL mit 17:11 hinten und sollte sich ordentlich strecken müssen um Altlandsberg nicht alt auszusehen.

Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spielgeschehen, da der 1. VfL Potsdam II beschlossen zu haben schien, dass ein 6-Tore-Rückstand ausreichend ist um die Partie spannend zu machen. Der MTV Altlandsberg wurde in Sicherheit gewogen und von seinen Fans schon frenetisch gefeiert, als die Hauptstädter heimlich, still und leise ihre Deckung an die Gegebenheiten anpassten und begannen mit exponentiell gesteigerter Intention das Spielgerät am gegnerischen Torhüter VORBEI in die Maschen zu befördern. Stück für Stück kämpften sich die Youngsters wieder heran und jagten ihren Kontrahenten einen gehörigen Schrecken ein, was diese so sehr überforderte, dass sie sich meist nur noch mit Fouls zu helfen wussten. Vor der Halle wurde später unter den Fans gemunkelt, dass die Schiedsrichter ihrer Linie wenigstens treu geblieben sind und konstant pfiffen – „konstant schlecht“. Sechs Sekunden vor dem Abpfiff glich das Juniorteam zum 28:28 aus und dem mannschaftsdienlichen Einsatz von Nils Jürschke ist es zuzurechnen, dass dieses Ergebnis bis zum Ende Bestand hatte.

Die Stammmannschaft des 1. VfL Potsdam aus der Bundesliga spielte unentschieden gegen Rostock, die Apfelmannschaft, in welcher die neuen Stars reifen um später selbst ein kräftiger Stamm zu werden, kam nicht weit vom Stamm weg und damit ebenfalls nicht über ein Remis hinaus. Darüber, ob nun ein Punkt gewonnen oder verloren wurde, lässt sich streiten. Fakt ist: die Bundesligareserve bleibt weiterhin auf Platz 4 und belegt aktuell eine Position in der Tabelle, die in das vor der Saison aufstellte Konzept passt.

Der VfL spielte mit: Leuschner, Welker; Bruck, Einenkel (1), Jürschke (7), Kleinert (1), Langen (2), Pawlazyk (8), Retschlag (3), Rupprecht (3), Schulpig, Schulze (2), Stölzig, Ziechmann (1)

 

 

Samstag ist es endlich soweit: Das Hinspiel des HVB-Pokalfinals steht an! Am 16.04.2011 kommt es 16.00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit in der Sporthalle an der Heinrich-Mann-Allee zum Duell zweier alter Rivalen, wenn der 1. VfL Potsdam II auf den Ludwigsfelder HC trifft. Beide Mannschaften spielen seit einigen Jahren in der gleichen Spielklasse (wie auch in dieser Saison in der Ostsee-Spree-Liga) und sorgen regelmäßig für Höhepunkte bei ihren Aufeinandertreffen.

Während der Gegner nach dem Ausschalten des Drittligisten Oranienburger HC im Januar mit Forst Borgsdorf und dem Grünheider SV ein eher ruhiges Programm hatte um ins Endspiel einzuziehen, mussten die Youngsters erst den SV 63 Brandenburg West und dann den LHC Cottbus (derzeit Platz 1 und 2 in der Ostsee-Spree-Liga) schlagen um dann nach einem harten Kampf in Falkensee das Finale zu erreichen.

Die Potsdamer sind guter Dinge, mussten sie doch seit der Amtsübernahme des Erfolgstrainerduos Frank Morawetz/Dirk Köhler in den letzten 6 Pflichtspielen gegen den LHC nur einen einzigen Punkt von 12 möglichen abgeben. In der Tabelle stehen die beiden Kontrahenten punktgleich auf den Plätzen 4 und 5, wobei die Potsdamer durch ein besseres Torverhältnis einen leichten Vorteil haben. Experten sprechen aber aufgrund des direkten Vergleichs beider Mannschaften aber davon, dass das Juniorteam der Angstgegner der Ludwigsfelder wäre.

Der Pokal hat jedoch immer seine eigenen Gesetze und so kann der Ausgang der Partie nicht vorher gesagt werden. Sehen sie es sich am besten selbst an, denn ein hochkarätiges Handballspiel ist ihnen garantiert, wenn sie am Sonnabend um 16.00 Uhr die Sporthalle an der Heinrich-Mann-Allee betreten. Für alle, die sich diesen zukünftigen Klassiker entgehen lassen müssen bleibt der Trost: ob der 1. VfL Potsdam II seine gute Bilanz gegen Ludwigsfelde ausbauen kann, erfahren sie natürlich in der nächsten Ausgabe von Potsdam Hills 90210.


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