Hanning erklärt den VfL zum Favoriten
Kategorie: PressemeldungenVON: THOMAS GANTZ
PNN
Handball-Zweitligist Potsdam empfängt Aufsteiger Füchse Berlin II / Kooperationsgespräche laufen (09.09.10)
Die Diskussion darüber, wie sich die weitere Zukunft des Bundesliga-Handballs in Potsdam gestalten sollte, müsste im Wesentlichen in drei Teilbereichen geführt werden. Zunächst einmal geht es um die sportliche Qualifikation für die nach dieser Spielzeit einzuführende eingleisige Zweite Liga. Begleitend dazu ginge es auch um eine strukturelle Neuausrichtung des Vereins. Dritte Säule wäre eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Füchsen Berlin, deren vom Potsdamer Alexander Haase trainierte Zweitvertretung am kommenden Samstag in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee gastiert (Spielbeginn 19.30 Uhr).
Vor dem nachbarschaftlichen Kräftemessen in zwei Tagen sieht Bob Hanning die Rollen klar verteilt. „Potsdam ist der klare Favorit dieser Partie. Für uns geht es um einen ordentlichen Auftritt und selbstverständlich auch um zwei Punkte“, so der Füchse-Geschäftsführer, der übermorgen in Potsdam aus Zeitmangel nicht dabei sein wird. Hanning sprach gestern davon, sich mit dem VfL Potsdam, was ein künftiges Kooperieren betrifft, „in guten Gesprächen“ zu befinden. Mehr gäbe es erst einmal nicht zu sagen. Hanning: „Die Sache ist noch nicht endgültig ausdiskutiert. Zu verkünden gibt es deshalb noch nichts.“
Da zwischen den beiden jetzigen Lizenzmannschaften der Berliner entsprechend neuer Bestimmungen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ab der nächsten Saison zwei Spielklassen liegen müssen, würde Potsdam im Falle einer dauerhaften Zweitligazugehörigkeit konsequenterweise zum richtigen Standort, wo die Anschlusskader der Berliner Spielpraxis bekämen und sich entwickeln könnten. Denkbar wäre dies nach derzeitigem Stand der Dinge insbesondere im Fall Fabian Böhms. Der gebürtige Potsdamer wechselte als Rückraumspieler zuletzt nach einem sportlich unbefriedigendem Jahr beim SC Magdeburg, in dem er auf Grund stetigen Hin- und Her-Pendelns zwischen den beiden dortigen Bundesligateams ohne ausreichende Spielpraxis blieb, nach Berlin. Alexander Haase kommt nun die Aufgabe zu, den 21-Jährigen für die Erste Liga aufzubauen. „Er trainiert oben mit und kniet sich richtig rein. Ich kenne nur wenige Spieler, die bei einer Körpergröße von fast zwei Metern über eine vergleichbare Wendigkeit und Schnelligkeit verfügen wie er“, urteilte Haase gestern über Böhm, der gemeinsam mit dem heutigen Füchse-Torhüter Tom Lessig (21) an der Potsdamer Sportschule ausgebildet wurde. Haase war dort einst drei Jahre ihr Klassenlehrer. Beide spielen in Potsdam mit.
Über das bevorstehende Wiedersehen sprach Haase gestern auch noch. „Als ich letztens Videomaterial von einem VfL-Spiel sichtete, hatte ich beim Anblick der Sporthalle ein komisches Gefühl. Ich bin vor einem Jahr im Guten aus Potsdam weggegangen und freue mich auf die Partie und auf das Drumherum.“ Sportlich gesehen, da ist sich Haase mit Bob Hanning einig, geht es für die von ihm trainierte Mannschaft vordergründig um eine gute Gesamtleistung.

