Bundesliga-Luft in der neuen Arena
Kategorie: 2. Bundesliga, PressemeldungenVON: SEBASTIAN MORGNER
MAZ
Der Zweitligist VfL Potsdam will beim Duell gegen die Teams aus dem Oberhaus Selbstvertrauen für den Rückrundenstart tanken
POTSDAM - Die Mischung klingt vielversprechend: Man nehme eine nigelnagelneue Arena, zwei Handball-Bundesligisten, einen Erstligisten aus der Schweiz und die Spieler des Zweitligisten VfL Potsdam. Schüttelt einmal kräftig durch – fertig ist ein Handball-Turnier der besonderen Art. Am Sonnabend werden sich TSV Hannover-Burgdorf, Eintracht Hildesheim, TSV Fortitudo Gossau zusammen mit den Potsdamern Zweitliga-Spielern messen. „Genau der richtige Mix unmittelbar vor dem Start in die heiße Phase der Saison“, sagt VfL-Trainer Rüdiger Bones vor der Veranstaltung in der Mehrzweckhalle im Luftschiffhafen. „Uns war wichtig, dass wir noch einmal auf höchstem Niveau testen, Varianten probieren und vor allem Selbstvertrauen tanken.“
Das war bei Philipp Barsties zuletzt nicht das allerbeste. „Zum Saisonbeginn lief es ganz ordentlich, als ich den verletzten Victor Pohlack vertreten hatte“, findet der U-21-Weltmeister von 2011. „Danach aber irgendwie nicht mehr.“ Warum, weiß der 21 Jahre alte Rückraumspieler auch nicht so genau. „Ich habe keine Erklärung. Bälle, die an den Pfosten gegangen waren, trudelten statt wie zuvor ins Tor wieder raus. Die letzten Spiele haben mich auf jeden Fall wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt“, erklärt der Mann mit der Trikotnummer vier.
Denn Barsties schrieb im Sommer mit der Junioren-Nationalmannschaft Geschichte. Der 2,02-Meter-Mann hatte im Juli in Griechenland die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft geholt. Unter dem heutigen Bundestrainer Martin Heuberger. „Er ist ein klasse Typ, der richtige Mann für die Aufgabe“, sagt Barsties über den Bundestrainer vor der heutigen EM-Begegnung gegen Polen (16.15 Uhr). Der Potsdamer fand es nicht angebracht, wie der DHB-Coach nach der Auftaktniederlage gegen Tschechien von „den Medien zerfleischt“ wurde. „Er ist neu, braucht Zeit, um sein Team aufbauen.“
Dass Heuberger nach der EM in Serbien seine Telefonnummer wählen und Barsties ins Aufgebot beordern wird, sei aber nicht zu erwarten. „Da sind andere Spieler an der Reihe“, so der Rückraum-Mann. Optimistisch schaut der Junioren-Nationalspieler nach Serbien. Sollte das DHB-Team am Ende wirklich den EM-Titel holen, wird der Potsdamer dem Bundestrainer per SMS gratulieren. „Das Halbfinale ist auf jeden Fall machbar. Und die Olympia-Qualifikation auch.“
Am Sonnabend beim eigenen Turnier will Barsties mit Toren zu einer guten Platzierung beitragen. „Es ist ein attraktives Teilnehmerfeld mit starken Mannschaften“, so der Spieler, der 2008 vom LHC Cottbus kam. „Wir werden uns einiges abgucken können und sowohl athletisch als auch taktisch lernen.“ Alles für den Kampf gegen den Abstiegsstrudel. „Wir halten die Klasse. Ein Muss. Es gibt keine andere Option.“

