21-04-10 07:59 Alter: 2 yrs

Potsdam Hills 90210 – Die schönste Nebensache der Welt

Kategorie: Oberliga

VON: DER VERFASSER DIESES TEXTES

Wie man am vergangenen Samstag in der Potsdamer Sporthalle in der Heinrich-Mann-Allee bewundern konnte, als der 1. VfL Potsdam II auf den Ludwigsfelder HC traf, ist die schönste Nebensache der Welt nicht etwa wie landläufig verbreitet „Sex“ (ein Begriff, den bei den Youngsters die meisten nur vom Hören-Sagen kennen). Wie die beiden Teams nach ihrer Partie in beiderseitigem Einvernehmen feststellten, ist es die Oberliga Berlin-Brandenburg, wenn das Schiedsrichterduo Ambrosius/Ullrich pfeift – wenngleich die Wirkung ihrer Pfiffe für sie orgasmen-gleiche Züge aufzuweisen scheint. Anders kann man sich die bodenlose Frechheit der beiden „Unparteiischen“ nicht erklären, die jegliches Aufkommen von Spielniveau unterdrückten und sich selbst zur Hauptattraktion machten. Wie sowohl Heim- als auch Gastmannschaft feststellten, waren sie nur zur Untermalung der eigentlichen Show angetreten, denn das Starduo raubte jegliches Rampenlicht.

Da das Handballspiel am Wochenende zu kurz kam, wird versucht es so ansehnlich wie möglich zu verschriftlichen, damit es wenigstens in den Weiten des Internets zur Geltung kommt. Das Juniorteam bereitete sich gewissenhaft auf den direkten Nachbarn (in der Tabelle und auf der Landkarte) vor. Vorhandene Kombinationen und Auslösehandlungen wurden nicht nur aufgefrischt, sondern auch durch Neuerungen bereichert. In den vergangenen beiden Spielzeiten war es Ludwigsfelde nicht gelungen in Potsdam zu siegen und auch diesmal sollte alles daran gesetzt werden, dass es nicht so weit kommt. Zudem konnte der VfL II auf eine Geheimwaffe zurück greifen. Die Mannschaftskasse wurde geplündert und den A-Jugendlichen wurde für die nächsten 4 Monate das Taschengeld gestrichen damit der geldgierige und überteuerte Legionär Ariel Panzer in dieser Begegnung antreten und den vielleicht entscheidenden Unterschied ausmachen konnte.

Selbiger Mann begann auch im Tor und gab den Youngsters die komplette Spielzeit über einen sicheren Rückhalt. Der VfL spielte engagiert, aber auch Ludwigsfelde setzte alles daran dagegen zu halten. Nach einem ausgeglichenen Beginn der Partie, während dessen sich keine der beiden Mannschaften vom Gegner lösen konnte, zog Potsdam nach einer guten Viertelstunde und der ersten roten Karte gegen Andrzej Bieganski das Tempo an. Dies war Max und Moritz‘ erster Streich, doch der zweite (und noch einige andere) folgte gleich: Ein 7-Meter wurde zurück gepfiffen, weil jemand zu früh den 9-Meter-Raum betreten hatte(!?). Bis zur Halbzeit erarbeiteten sich die Hauptstädter im Schatten der Show, die das Schiedsrichterduo einstudiert hatte, einen 4-Tore-Vorsprung und gingen mit einer 15:11-Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel gerieten die Youngsters allerdings in eine Schwächephase. Mit der Herausstellung von Kai-Niklas Einenkel befanden sie sich in Unterzahl und eine Zeitstrafe jagte die nächste. Es schien als wollten Siegfried und Roy die weißen Tiger zähmen. So gelang es Ludwigsfelde nicht nur den Rückstand aufzuholen, sondern sogar mit 2 Toren in Führung zu gehen. Nachdem auch noch Christoph Pawlazyk wegen einer Lappalie des Feldes verwiesen wurde, musste Potsdam unbedingt reagieren um noch zu einem Punktgewinn zu kommen. Der Potsdamer Trainer Frank Morawetz setzte alles auf Risiko und sollte mit seiner Mannschaft dafür belohnt werden. Nach einer kämpferisch überzeugenden Aufholjagd konnten die Potsdamer wie in der vergangenen Woche in buchstäblich letzter Sekunde den Ausgleich zum 29:29 erzielen – nur dass der so entscheidende Torschütze diesmal André Langen hieß.

Nach der Partie, die so endete, dass sich keiner der beiden Kontrahenten sich über einen Punktverlust ärgern musste, wurde das Kriegsbeil begraben. Es bleibt dabei, dass Ludwigsfelde in den vergangenen 3 Jahren nicht einen einzigen Sieg über die Potsdamer Bundesligareserve erringen konnte. Ungewohnter Auftritt übrigens von Ex-Potsdamer Marc Thiele, der es nicht schaffte sich eine der sechs im Spiel vergebenen roten Karten abzuholen. Mit dem Unentschieden ist Ludwigsfelde sicher für die Ostsee-Spree-Liga qualifiziert und Potsdam kann in der nächsten Woche nachlegen. Ein Punkt aus den letzten 3 Spielen fehlt den Youngsters noch um ebenfalls das vorgegebene Saisonziel zu erreichen und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn es dem Juniorteam nicht gelingen sollte dies zu tun. Ob es schon an diesem Wochenende gelingt, wenn das Team nach Neuruppin reist, erfahren sie natürlich hier in der nächsten Folge von Potsdam Hills 90210.

Der VfL spielte mit: Leuschner, Panzer; Bieganski (5), Drescher (5), Einenkel (3), Groth, Langen (4), Pawlazyk, Prax (1), Rupprecht (4), Stölzig (3), Wiede (4)


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