VfL unterliegt im Spitzenspiel bei Ahlen
Kategorie: 2. BundesligaVON: WOLFGANG JASINSKI
Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga hat der VfL Potsdam bei der Ahlener SG nicht unerwartet verloren und damit den sensationellen zweiten Tabellenrang eingebüßt. Die Niederlage des Zweiten beim Dritten, die damit die Plätze tauschten, fiel allerdings mit 27:34 (10:16) klarer aus, als von Potsdamer Seite erhofft. Ahlens Trainer Jens Pfänder gab sich damit gewissermaßen selbst eine Vorlage, denn er wird künftig die bereits beschlossene Spielgemeinschaft Ahlens mit dem Tabellenführer und designierten Aufsteiger ASV Hamm coachen.
Der VfL operierte nach den Worten von Trainer Peter Melzer insgesamt zu aufgeregt und ängstlich. Ergebnis: ein 1:9-Rückstand nach 13 Minuten. Damit waren bereits alle Messen gelesen. Das Potsdamer Team konnte sich davon nicht mehr erholen. Es nutzte in dieser Zeit seine Gelegenheiten nicht, der Gastgeber – auch durch Konter – schon. Die Gäste liefen daher von Beginn an einem Rückstand nach. ,,Wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben“, meinte Teammanager Uwe Janke. ,,Zwar haben wir phasenweise gut gespielt, aber unsere Torchancen nicht genutzt.“
Hoffnung keimte auf, als der VfL nach Treffern von Enrico Bolduan und Lars Melzer kurz nach der Halbzeit bis auf vier Treffer (15:19/39.) herankam. Aber der Gastgeber konterte und zog vor allem durch den kaum zu bindenden Mattes Rogowski wieder deutlich in Front. Die Gäste konnten den Rückstand letztlich nur auf ein halbwegs erträgliches Maß beschränken. Ahlens Trainer Pfänder urteilte nach dem Spiel, seine Mannschaft habe sehr gute Deckungsarbeit geleistet und die Vorgabe erfüllt, nicht mehr als 30 Gegentore zuzulassen.
Irgendwie, so VfL-Manager Janke, sei das eine Lehrstunde für das Team des Aufsteigers gewesen. Der VfL musste allerdings nach einer rund 430 Kilometer langen Anfahrt auch noch umstellen – für den knieverletzten Deckungsstrategen und Co-Regisseur Stephan Mellack kam in der Abwehr zeitweilig Torhüter Christian Pahl zum Einsatz. Auf der rechten Rückraumposition erreichten weder Enrico Bolduan noch Lasse Kohnagel die übliche Durchschlagskraft. An ihrer Stelle kam der 21jährige Jan Piske zu sieben zum Teil sehenswerten Treffern, konnte aber natürlich insgesamt das Defizit nicht ausgleichen.
Der VfL versuchte das Beste aus der verkorksten Situation zu machen. So gab Trainer Melzer jüngeren Spielern mehr Einsatzzeiten, was er sonst eigentlich am liebsten bei klarer Führung seiner Mannschaft tut. Lehrstunde eben - für einen bisher sensationell starken Überflieger!
VfL mit: Pahl, Panzer, Frank; Pohlack (4), Melzer (5), Barsties, Schugardt (1), Bolduan (3), Urban (3), Piske (7), Takev (2), Schmidt (1), Sommer, Kohnagel (1).
(Wolfgang Jasinski)






