24-12-11 13:05 Alter: 145 days

Das letzte Mal

Kategorie: 2. Bundesliga, Pressemeldungen

VON: SEBASTIAN MORGNER

MAZ

Zweitligist VfL Potsdam nimmt von der Heinrich-Mann-Allee Abschied

POTSDAM - Raus aus dem Abstiegsstrudel, Abschied von der Heinrich-Mann-Allee: Die Handballer des Zweitligisten VfL Potsdam stehen vor einem denkwürdigen Spiel. Gegen GWD Minden wird am Montag (16 Uhr) zum letzten Mal in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee um Punkte gekämpft. Es heißt Abschied nehmen von der Heimstätte, wo der VfL nicht nur eine Schlacht geschlagen hat. Zahlreiche sportliche Erfolge wurden in dem Haus mit den großen Fenstern gefeiert. Zweimal hatten die Potsdamer den Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft. 2006 unter Alexander Haase, dem heutigen Co-Trainer der Füchse Berlin. 2009 mit Trainer Peter Melzer, der mit seinem Team mit der makellosen Bilanz von 60:0 Punkten in die damalige Staffel Nord kletterte. Und zu guter Letzt die erfolgreiche Qualifikation im Vorjahr zur heutigen eingleisigen, zweiten Bundesliga unter Coach Rüdiger Bones. „Es waren schon schöne Zeiten dort“, sagt Ralf Kutzner, der selbst noch auf dem hellgrünen Parkett dem kleinen Lederball hinterher gejagt ist.

Der sportliche Leiter des Vereins hofft auf ein erfolgreiches Abschiedsspiel. Denn in der zweiten Bundesliga läuft es derzeit nicht nach Wunsch der Potsdamer. Die letzten fünf Partien wurden verloren. Erst am Donnerstag schrammten die Bones-Jungs am Sieg vorbei. „Zu viele Fehler“, bilanziert Kutzner kurz. Zwischenzeitlich lag gegen Neuhausen der Ausgleich in der Luft. Am Ende stand aber eine 30:33-Niederlage an der Anzeigetafel. „Diese Liga hat durchweg Qualität“, sagt Torwart Gabor Pulay. „Diese Liga ist eiskalt. Es bleibt kaum Zeit, Luft zu holen.“ Wie schon zuvor schnupperten die VfLer an zwei Punkten. Doch Unkonzentriertheiten und mangelnde Chancenverwertung ließen – wie zuletzt oft – dann doch den Gegner jubeln. Hinzu kommen konditionelle Probleme. Der VfL steckt im Abstiegsstrudel.

Umso wichtiger wäre am Montag ein Sieg zum Jahresabschluss. Dass ausgerechnet mit Minden der Tabellenführer am zweiten Weihnachtsfeiertag in Potsdam gastiert, stört Keeper Pulay wenig. „Wenn wir mit Verstand spielen und auch Glück haben, können wir gewinnen. Wir müssen die Konter besser ausspielen“, so der Ungar weiter.

Ähnlich sieht das der Coach. „Wenn wir diszipliniert auftreten, ist was möglich“, so Bones. „Wir haben auch im letzten Jahr Minden das Leben schwer gemacht. Wir müssen unsere Fehler abstellen.“ Gegen Neuhausen resultierten aus 17 einfachen Fehlern 13 Gegentore.

Ein besonderes Abschiedsgeschenk haben die Handballer am Montag nicht dabei. „Die Halle ist ja nicht weg“, sagt Kutzner. „Wir werden dort weiter trainieren. Auch deshalb überwiegt die Vorfreude auf die neue Arena im Luftschiffhafen. Sie ist einfach zuschauerfreundlicher. Die Zeiten mit einem Pfeiler im Blickfeld sind vorbei.“ Auch die Spieler können ihr neues zu Hause kaum erwarten. „Wir freuen uns alle auf die neue Halle“, so Jan Piske.


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