Aushilfsjob am Kreis
Kategorie: 2. Bundesliga, PressemeldungenVON: SEBASTIAN MORGNER
MAZ
Stephan Mellack bekommt beim Turnier gegen TSV Fortitudo Gossau seine Chance als Kreisläufer
POTSDAM - Er blockte die Gegner, schaffte Lücken im Schweizer Abwehrverband für die eigenen Rückraumspielern und lief sich mehrfach in Position: Stephan Mellack machte seinen Aushilfsjob am Kreis recht ordentlich. Der Spieler des Handball-Zweitligisten 1. VfL Potsdam hatte von Trainer Rüdiger Bones am Sonnabend beim Vorbereitungsturnier gegen den Schweizer Erstligisten TSV Fortitudo Gossau die Chance als Kreisläufer bekommen. „Ich habe in Eisenach auch am Kreis gespielt. Die Aufgabe war für mich nicht ganz neu“, so Mellack, der vor seinem Wechsel 2008 nach Potsdam beim Zweitligisten ThSV Eisenach spielte.
Die Personalie Mellack war in der neuen Arena im Luftschiffhafen nicht das einzige Experiment. „Wir wollten eine Woche vor der Wiederaufnahme der Punktspiele die eine oder andere Variante versuchen“, so Bones. „Wir wollten das Turnier nutzen, um uns einzuspielen und Selbstvertrauen zu holen.“ Neben den Schweizern war Bundesligist Eintracht Hildesheim nach Potsdam gekommen, um die Stellschrauben für den Bundesliga-Start in knapp zwei Wochen zu justieren.
Der Erstligist gab beim Vorbereitungsturnier – Hannover-Burgdorf musste kurzfristig die Teilnahme absagen – den Ton an. Dem 39:23 (22:12)-Erfolg gegen Fortitudo Gossau folgte der Sieg (31:28) gegen Potsdam. „Es hat großen Spaß gemacht, in dieser schicken Halle zu spielen“, fand Hildesheims Keeper Patrick Schulz, der vom SC Magdeburg zum Bundesligisten gewechselt war. „Ich bin sehr zufrieden mit den Spielen, wir haben wieder einen Schritt nach vorn gemacht“ fasste Trainer Gerald Oberbeck den Tag zusammen. Auch Potsdams Rüdiger Bones war nicht unzufrieden. „So, wie wir gegen Hildesheim aufgetreten sind, kann es weitergehen“, fand der 53 Jahre alte Coach. „Schade, dass wir in Überzahl nicht überzeugen konnten.“
Mellack agierte beim ersten Auftritt der Potsdamer auf seiner gewohnten Rückraum-Position. „Mit dieser Leistung bin ich mehr zufrieden. Natürlich haben Kleinigkeiten noch immer nicht gestimmt“, so der Mann mit der Trikotnummer 13 über seine Leistung gegen Hildesheim. „Aber es lief einfach besser.“
Auch Victor Pohlack gehörte gegen den Erstligisten zu den Besten im VfL-Trikot. Mit der Vorbereitung sei der Potsdamer Abwehrchef zufrieden. „Ich werde nicht mehr der schnellste Spieler. Das weiß ich. Aber ich bin mit meinem Fitnesszustand zufrieden“, sagt der 33 Jahre alte Rückraum-Akteur, der beim zweiten Duell gegen Gossau (36:34) wenig spielte. „Noch immer meldet sich mein Rücken.“ Doch in Ergänzung mit Philipp Barsties, der am Sonnabend überzeugte und für den einen oder anderen der „Mann des Turniers“ war, wird Pohlack der Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt weiterhelfen.
Das soll auch Marc Pechstein. Das 20 Jahre alte Talent von den Füchsen Berlin soll schon am Sonnabend gegen Eisenach von seinem Zweit-Spielrecht Gebrauch machen und für den VfL im Rückraum auflaufen.
So wie Mellack. Der Kreisläufer auf Abruf will beim Ex-Verein ThSV Eisenach (19.30 Uhr) seinen Teil zum ersten Sieg der Rückrunde beitragen. „Es wird nicht leicht“, sagt der Routinier. Seine Freundin Annika und Mellacks Familie werden auch auf der Tribüne sitzen. Viele Freunde leben noch dort. „Doch für die 60 Minuten ruht jegliche Freundschaft. Wir brauchen die Punkte für den Klassenerhalt“, so der 1,80 Meter große Potsdamer. Mellack geht davon aus, dass er wieder im Rückraum agieren wird. „Wenn aber Not am Mann ist, würde ich auch am Kreis spielen.“

