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07
Dezember
2017

MAZ: Münchberger: "Es gab schon ein paar Angebote"

Yannik Münchberger (21) ist seit dieser Saison Kapitän des Handball-Drittligisten VfL Potsdam. Das Eigengewächs verlängerte kürzlich seinen Vertrag bis 2021, trotz Angeboten aus der 2. und 3. Liga. Im Interview erklärt er die Beweggründe für seine Entscheidung, erzählt von der harten Reha-Zeit nach seinem Kreuzbandriss und sein neues Kapitänsamt.

Potsdam. Yannik Münchberger ist seit dieser Saison Kapitän des Handball-Drittligisten VfL Potsdam. Im Interview spricht der 21-Jährige über sein neues Kapitänsamt, die harte Reha nach Kreuzbandriss und Pullerpartys im Mannschaftsbus.

Wie viele Angebote haben Sie für die Vertragsverlängerung beim VfL Potsdam ausgeschlagen?

Yannik Münchberger: Es gab schon ein paar Angebote und die habe ich mir auch angehört und verhandelt.

Man möchte ja auch einfach mal wissen, wo man steht. Ich habe Alex (Alexander Haase, Sportlicher Leiter, d. Red.) darüber auch informiert.

Woher kamen die Angebote?

Aus der 2. und der 3. Liga.

Was hat den Ausschlag für Potsdam gegeben?

Da gibt es sehr viele Gründe. Ich bin schon 2009 an die Sportschule gekommen, daher liegt mir der Verein am Herzen. Meine Freundin studiert hier, mein Bruder wohnt in der Nähe und hat zwei kleine Kinder, meine Eltern und Schwester wohnen in Rangsdorf. Außerdem habe ich gerade eine Ausbildung beim Autohaus Babelsberg begonnen, wo ich mich sehr wohl fühle und sich die Arbeit und der Sport gut vereinen lassen. Es war eine Entscheidung mit Herz, Bauch und Verstand.

2018 wäre Ihr Vertrag ausgelaufen, sie haben bis 2021 verlängert – eine ungewöhnlich lange Laufzeit.

Als die Verlängerung bekannt wurde, haben viele geschrieben, dass sie nicht gedacht hätten, dass ich bleibe – und schon gar nicht so lange. Aber im Endeffekt hat einfach alles in Potsdam gepasst. Der Verein wollte drei Jahre und weil alle Rahmenpunkte gepasst haben, habe ich dann auch zugesagt. Drei Jahre geben beiden eine Sicherheit. Und ich bin kein Freund von Optionen im Vertrag, die man ziehen kann.

Aber perspektivisch soll es für Sie in die 2. Bundesliga gehen?

Ich habe schon in den Gesprächen mit dem Verein gesagt, dass ich das am liebsten mit dem VfL schaffen will. Und es ist ja auch das Ziel des Vereins, perspektivisch dort zu landen. Dass es diese Saison nichts wird, war schon nach dem vierten Spieltag klar, beziehungsweise war es das eigentlich schon vor der Saison, weil der HSV Hamburg in der Liga mitspielt. Falls es in den drei Jahren, die der Vertrag jetzt läuft, nicht mit dem Aufstieg klappt, wäre ich 24 Jahre alt und immer noch Zeit für die 2. Bundesliga.

Sie haben nach ihrem Kreuzbandriss im November 2016 in dieser Saison 92 Tore geworfen, die drittmeisten der Liga. Hätten Sie gedacht, dass Sie so schnell zur alten Leistungsstärke zurückkommen?

Ursprünglich wollte ich zu einem möglichen Relegationsspiel Ende der vergangenen Saison zurückkommen. Als klar war, dass wir die nicht erreichen, war der 1. Spieltag das Ziel. Vier Monate nach der Verletzung war ich wieder alleine in der Halle. Wenn man dann auf dem Pezziball steht oder mit der Koordinationsleiter trainiert, dann fühlt sich das an, als hätte man das noch nie zuvor gemacht. Das ist auch mental nicht einfach. Man muss auch sagen, dass es meine erste große Verletzung war. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich jetzt ohne Probleme wieder spielen kann. Zu Anfang der Saison habe ich Tore geworfen und okay gespielt, habe aber nicht die Anforderungen erfüllt, die ich selbst an mich habe.

Welche sind das?

Ich wollte die Mannschaft als Spielmacher führen, musste mich aber erst einmal auf mich selbst konzentrieren nach der Verletzung. Meine Aufgabe ist es, andere Spieler mit ins System reinzubekommen, das ging erst nach vier oder fünf Spielen.

Bis dahin lief es für die ganze Mannschaft nicht, nach fünf Spieltagen hatte der VfL Potsdam 1:9 Punkte, inzwischen sind es 11:15. Gab es einen Moment, in dem man gemerkt hat: Jetzt läuft es wieder?

Ich habe die Mannschaft und den Trainer immer gegen jede Kritik verteidigt, weil ich weiß, dass wir großes Potenzial haben. So richtig Klick gemacht hat es beim Springe-Spiel. Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass wir gewinnen können. Wir haben dann so gut gespielt, dass Springe nach 40 Minuten keine Lust mehr hatte. Wir haben ein Erfolgserlebnis gebraucht, das hatten wir.

Hat die Mannschaft Sie zum Kapitän gewählt?

Daniel (Trainer Daniel Deutsch, d. Red.) hat mich während der Reha auch als Sporttherapeut behandelt und mich gefragt, ob ich mir das vorstellen kann. Ich hab das gar nicht so ernst genommen und nur gesagt, dass ich mir durchaus vorstellen kann, das Amt zu übernehmen. Beim ersten Training war dann klar, dass er damit keinen Scherz gemacht hat.

Am Sonnabend (19 Uhr) steht das Spiel bei Hannover-Burgwedel an. Ist das die Chance, sich endgültig vom Kampf um den Klassenerhalt zu verabschieden?

Wir wollen gegen Burgwedel gewinnen, dann haben wir acht Punkte Abstand. Außerdem ist Schmidti (Co-Trainer Alexander Schmidt, d. Red.) gerade Vater geworden. Bei einem Sieg wird es eine kleine Pullerparty im Bus geben. Und es ist das letzte Spiel des Jahres, das will man nicht verlieren und bis Weihnachten mit schlechter Laune trainieren.

Von Stephan Henke

http://www.maz-online.de/Sportbuzzer/Muenchberger-Es-gab-schon-ein-paar-Angebote

Geschrieben von AdministratorVeröffentlicht in: News

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