Turbulente Trendwende
Kategorie: 2. Bundesliga, PressemeldungenVON: SEBASTIAN MORGNER
MAZ
Siegreicher VfL nun in Korschenbroich
POTSDAM - Rüdiger Bones verbrachte das trainingsfreie Wochenende mit Frau Uta und Sohn Paul. Der Trainer des Handball-Zweitligisten 1. VfL Potsdam erfüllte dem kleinen Sprössling einen großen Wunsch. „Wir waren im Kino und haben Star Wars 3D geschaut“, berichtet Bones. Richtig abschalten konnte der 53 Jahre alte Coach nach dem 27:23-Erfolg seines Teams gegen die HSG Nordhorn-Lingen aber nicht. „Das war ein enorm wichtiger Sieg für uns.“
Die Premiere am Freitagabend in der neuen Arena im Luftschiffhafen hatte eine Menge zu bieten. Evakuierung, Ausfall der Anzeigetafel, kostenloser Eintritt: Das Spiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen wird schon deshalb in die Geschichtsbücher des Vereins eingehen. Etwa 300 Zuschauer sahen den Befreiungsschlag – Potsdam hatte zuvor acht Spiele nicht gewinnen können – kostenlos. „Wir hatten nur zwei Kassen. Da kurz vor dem Spiel noch zahlreiche Zuschauer vor der Halle in der Schlange warteten, haben wir entschieden, sie ohne Eintritt in die Halle zu lassen“, erklärt Geschäftsstellenleiter Hendryk Schorz. „Wir wollen in Zukunft vier Kassen öffnen.“
Dann die Evakuierung der Halle wegen eines technischen Defekts (MAZ berichtete). „Ein richtiger Brand war es nicht“, so Schorz am Sonnabend. „Es gab Qualm. Da die Anlage noch sehr sensibel eingestellt ist, wurde der Alarm ausgelöst.“ Woher der Rauch kam, wusste Schorz noch nicht. „Wir müssen das Protokoll abwarten. Da eine Brandwache vor Ort war, musste die Feuerwehr nicht anrücken.“ Und zu guter Letzt der Defekt an der Anzeigetafel, als die Spielzeit bei 50:35 Minuten stehen blieb. Geboten bekamen die 1286 Zuschauer allerhand. Trubel, den Nordhorn-Lingen nicht hinnehmen will. Der Verein legte noch am Abend Einspruch ein. Und das, obwohl die Spielfortsetzung in beider Einverständnis erfolgte.
Sportlich zeigte der VfL im ersten Heimspiel des Jahres die bislang beste Saisonleistung. Feinster Konterhandball, sichere Kombinationen, starke Defensiv-Arbeit: Das war Zweitliga-Sport. „Eine sichere Abwehr und ein guter Torwart Gabor Pulay waren der Grundstein für den Erfolg“, fand Spielmacher Lars Melzer. „Doch wir dürfen uns nicht auf dem Sieg ausruhen. Auswärts hängen die Trauben hoch.“
Denn die Potsdamer reisen am Freitag nach Korschenbroich (20 Uhr). Zu dem Verein, der signalisierte, in der neuen Spielzeit in der dritten Liga spielen zu wollen. Alexander Urban warnt: „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und denken, dass wir dort schon gewonnen haben“, so der Kreisläufer. „Jedes Spiel ist für uns jetzt ein Endspiel. Wir müssen nur in Ruhe weitermachen.“

