Taktikfuchs Wolle Heil
Kategorie: VerbandsligaVON: JEPI
Peter Mnich hatte sich am vergangenen Samstag seit 12:00 Uhr in den Jugendspielen des VfL die Hände warmgetrommelt. Der Capo der Ultras des VfL Potsdam III, auch bekannt als "Die Überkrassen", gab dann am Frühabend bei der "Dritten" gemeinsam mit den anderen Fans noch mal alles. Es sollte sich lohnen. Gegner Blau-Weiß Perleberg, gegen den man in der Verbandsliga zuvor noch nie gewinnen konnte, wurde deutlich mit 38:28 (24:14) bezwungen und phasenweise sogar förmlich an die Wand gespielt. Die "Dritte" bescherte somit ihren knapp 30 Zuschauern (Saisonrekord!) einen wunderschönen Handballabend. Aber wie konnte es dazu kommen? Was machte der VfL III im Gegensatz zum tristen Auftritt vor knapp 2 Wochen in Brandenburg anders? Antwort: So ziemlich alles. Bedingungslose Leidenschaft wo zuletzt Stimmung wie bei einer Ortsgruppensitzung der FDP vor der Selbstauflösung, Bereitschaft zum Kampf wo zuletzt die Aggressivität, die ein Hippiefestival ausstrahlt und nicht zuletzt Zielgenauigkeit wo zuletzt die Trefferquote einer Schießbude auf dem Baumblütenfest an einem Samstagabend gegen 23:00 Uhr.
Der Gast aus der Prignitz trat nicht mit voller Kapelle an, aber auch die Potsdamer mussten mit Toptorschütze Max, Holger und, naja, Nils auf wichtige Akteure verzichten. Bis zum 13:11 war es eine Partie auf Augenhöhe. Dann klappte die Abwehrarbeit beim Gastgeber immer besser und die dort erkämpften Bälle konnten in Gegenstößen in Torerfolge umgewandelt werden. Beim Halbzeitstand von 24:14 fragten sich nicht wenige, ob sie im falschen Film waren. In der Pause wurde dann angesichts des scheinbar beruhigenden Vorsprungs mächtig appelliert. Checo (Chefcoach) Hanisch: "Nicht nachlassen!", Coco (Co-Coach) Gajewski: "Konzentration hochhalten" und Käpt´n Jens: "Es ist noch nichts entschieden!" gaben wichtige Tipps und die Spieler nickten eifrig. Sie hatten verstanden. - Nun, die ersten 6 Tore in Halbzeit 2 warf Perleberg und das Spiel war nach knapp 5 1/2 Minuten wieder völlig offen. Typisch "Dritte" eben. Aber nach der als Pausenverlängerung beim VfL III bekannten kollektiven Auszeit fing sich die Mannschaft wieder und so war der alte Abstand bald wieder hergestellt. Schließlich griff der gewitzte Gästetrainer "Wolle" Heil zu einem letzten taktischen Mittel: Er monierte den vom Kampfgericht notierten Spielstand und ließ nachrechnen. Er fehlte tatsächlich ein Tor. Allerdings auf Potsdamer Seite. Die "Dritte" sagte dazu: Danke Wolle. So gab’s es den erhofften Erfolg, mit welchem sich der Gastgeber wichtige Punkte im Abstiegskampf sicherte und zu dem Jungpapa Matze Premnitz auch seinen Teil beitragen konnte. Sein Kommentar: "Es war ein wunderschöner Augenblick als Checo sagte: Komm, zieh Deine Sachen aus. Jetzt geht´s los.".
Der VfL III mit einem sehr gut aufgelegten Torhütergespann Toralf und Julien, Svenni, André, Robert, Volki, Holger, Matze Premnnitz, Flo, Junior, Gregor, einem besonders zielsicheren Dr. Jan und Jens
Die Mannschaft bedankt sich für die großartige Unterstützung bei ihren Zuschauern. Ganz objektiv betrachtet muß festgestellt werden: Die "Dritte" hat die besten Fans der Welt!

