Sommers Comeback
Kategorie: 2. Bundesliga, PressemeldungenVON: LUISA MÜLLER
PNN
VfL trat erstmals in der Saison mit komplettem Kader an und verlor 24:25
Jan Piske, Rechtsaußen-Spieler des Handball-Zweitligisten VfL Potsdam, lief nach dem Abpfiff des Spiels am Freitagabend, das die Potsdamer denkbar knapp mit 24:25 gegen den Tabellendritten TUSEM Essen verloren hatten, auf die Tribüne zum Videoverantwortlichen des Teams. Ein Foul in der 58. Minute hatte zur Folge, dass der Flügelflitzer beim Stand von 22:25 in der heißen Endphase aufgrund seiner dritten Zeitstrafe vom Platz gestellt wurde und der VfL in Unterzahl die verbliebenen zweieinhalb Minuten auskommen musste. Auf dem Video war dann allerdings klar zu erkennen, dass nicht Piske den Essener Simon Ciupinski am eigenen Kreis zu Fall gebracht hatte, sondern Alexander Urban und Philipp Barsties -beide noch unbestraft- diejenigen waren, weswegen der Essener zu Boden ging. „Aber daran lag es jetzt auch nicht“, gibt Piske nach dem Spiel zu. „Wir haben einfach zu sehr aus der Mitte agiert. Die Außenspieler wurden nicht eingesetzt. Dadurch ist unser Spiel nicht breit geworden und es war für den Gegner leicht, das Spiel zu lesen.“
Der angereiste Favorit ging auch gleich zu Beginn durch drei Siebenmeter in den ersten acht Minuten in Führung und konnte diese in der Folge auf 5:10 ausbauen. Doch die Mannschaft um Trainer Rüdiger Bones holte Tor um Tor auf und ging kurz vor dem Halbzeitpfiff durch einen Treffer von René Drechsler, der mit sechs Toren erfolgreichster Potsdamer Werfer war, erstmals mit 13:12 in Front. Zur Pause egalisierte TUSEM Essen die Führung jedoch wieder.
Aus der Kabine kamen zunächst die VfLer frischer: Florian Schugardt und Drechsler netzten zum 14:13 und 15:14 ein. Doch anschließend war das Team aus Nordrhein-Westfalen wieder am Zug und konnte die Gastgeber stets auf Abstand halten. In der 46. Minute feierte dann Linksaußen-Spieler Marvin Sommer nach sieben Wochen Verletzungspause sein Comeback im Team. „Marvin hat einen ordentlichen Job gemacht“, sagte Schugardt, der aufgrund eines Schlags aufs Knie raus musste.
Trotz der Unterzahlsituation gelang es den Potsdamern in den letzten zwei Minuten noch einmal, Druck auf das gegnerische Tor auszuüben und fast den Ausgleich noch zu erreichen. Doch das Unentschieden und damit wenigstens ein Punkt blieb den Gastgebern verwehrt. Damit steht der VfL Potsdam derzeit auf dem 15. Tabellenplatz und muss nun im nächsten Auswärtsspiel am kommenden Samstag gegen den HC Empor Rostock unbedingt punkten. „In Rostock erwartet uns ein kleines Vorfinale“, so Piske. „Wenn wir da gewinnen, haben wir noch Abstand zu den Abstiegsplätzen. Verlieren wir, stehen wir unten drin.“
VfL Potsdam: Pulay, Frank; Pohlack (1), Melzer (5), Barsties (1), Schugardt (2), Bolduan (2), Urban (2), Piske (1), Drechsler (6). Mellack, Schmidt, Sommer, Reiman (4/4)

