Rüdiger Bones wird neuer VfL-Trainer
Kategorie: PressemeldungenVON: SEBASTIAN MORGNER
MAZ
Coach übernimmt Zweitligisten
Stephan Mellack lässt den Ball zwischen seinen Händen kreisen und wartet gespannt, was Präsident Holger Rupprecht zu sagen hat. Es ist Montagabend, kurz nach 18 Uhr: „Das ist unser neuer Trainer“, sagt Rupprecht. „Rüdiger Bones stand schon einmal auf unserer Wunschliste, entschied sich aber für einen anderen Verein“, fügt er an.
Dass er deshalb seinen „Stolz überwinden musste“ (so Rupprecht schmunzelnd), um Bones erneut zu kontaktieren, wollte dem Präsidenten niemand der Spieler des Handball-Zweitligisten VfL Potsdam glauben. Zu groß war der Druck nach dem Weggang von Peter Melzer, schnell einen neuen, guten Trainer zu finden. „Er soll uns helfen, das große Ziel zu erreichen.“ Die Potsdamer müssen am Ende der Saison Platz neun erreichen, um das Ticket für die eingleisige zweite Liga zu lösen.
„Vor uns liegen schwere Wochen“, sagt Rüdiger Bones. „Wir werden jeden Tag trainieren, um optimal vorbereitet zu sein.“ Bones, der bis 1988 für Stahl Brandenburg in der DDR-Oberliga spielte, hatte bereits vor sieben Jahren eine Anfrage aus Potsdam. „Damals entschied ich mich für das Damen-Team in Markranstädt.“ Dort verpasste er nicht nur einmal hauchdünn den Aufstieg in die erste Liga. „Zuletzt scheiterten wir an der Auswärtstor-Regel“, so Bones, der trotz seiner neuen Aufgabe weiter im Stadtteil von Leipzig mit seiner Frau und Sohn Paul (6) leben will. 2009 ging der sächsische Verein in die Insolvenz.
Die Entfernung nach Potsdam ist für den ehemaligen Rückraumspieler kein Problem. „Das sind 150 Kilometer. Ich fahre eine Stunde und zwanzig Minuten“, so Bones, der in Potsdam für den Notfall ein Hotelzimmer bekommt. „Ich freue mich auf die Mannschaft“, blickt der neue Mann auf das VfL-Team. „Die Jungs haben das Potenzial für die zweite Liga. Ich habe den Job übernommen, weil ich weiß, dass Peter Melzer gute Arbeit geleistet hat und ich nicht bei null anfangen muss.“
Darüber hat ihn auch Ralf Kutzner genauestens informiert. „Wir stehen seit Jahren mit Rüdiger Bones in Kontakt. Er war der erste, an den ich nach dem Weggang von Peter Melzer gedacht habe“, so der sportliche Leiter des VfL. Kutzner macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass er mit fünf weiteren Kandidaten intensive Gespräche geführt hatte. „Doch jetzt ist die Trainerpersonalie geklärt. Nun müssen wir noch einige Gespräche mit Spielern führen.“ Kutzner weiß auch, dass ein Mann für den linken Rückraum gebraucht wird. „Wenn wir einen Mann finden und er nicht so teuer ist, werden wir ihn verpflichten.“
Seine Unterschrift unter den Vertrag hat bereits Zoltan Majeri gesetzt. Der 36-jährige Keeper kam gestern Abend in Berlin-Tegel an und wird heute zum ersten Mal mittrainieren. Dann lernt er die Würfe der VfLer kennen – auch die von Stephan Mellack.

