Erst nach der Pause ins Rollen gekommen
Kategorie: 2. Bundesliga, PressemeldungenVON: DETLEF BRAUNE
MAZ
Zweitligist VfL Potsdam steht nach der 32:37-Niederlage bei der HG Saarlouis am Tabellenende
POTSDAM - Der VfL Potsdam bekommt nur schwer ein Bein auf die Erde. Jedenfalls solange die Gegner die Havelstädter in den Schwitzkasten nehmen. Erst wenn sich der Kontrahent ausgetobt hat, erholen sich die Bones-Schützlinge. So war es auch am Sonnabend zum Rückrundenauftakt bei der HG Saarlouis. Die Potsdamer lagen bereits zur Pause mit acht Treffern zurück. Am Ende behauptete sich der Gastgeber vor 1300 Zuschauer in der Stadtgartenhalle mit 37:32 (19:11). Der VfL steht jetzt mit dem schlechteren Torverhältnis gegenüber zwei Konkurrenten am Tabellenende mit 12:28 Punkten. Das bisherige Schlusslicht HC Empor Rostock gab den letzten Platz nach dem 28:24-Sieg bei der SG Bietigheim ab.
Vorn gehen die „Dinger“ nicht rein und hinten packt die Abwehr nicht energisch genug zu. Das Spielchen wiederholt sich beim VfL. Die Saarländer legten eine bärenstarke erste Halbzeit aufs Parkett. Mit 7:3 führte der Gastgeber nach zehn Minuten. Die Gäste waren gehandicapt, da Spielmacher Lars Melzer unter den Nachwirkungen eines grippalen Infekts litt und erst nach 15 Minuten eingesetzt wurde. Victor Pohlack hatte zunächst die Angriffsposition in der Mitte übernommen. Die Gäste versuchten zwar dranzubleiben, waren im Abschluss aber zu selten erfolgreich. Saarlouis’ Keeper Darius Jonczyk wurde bis zum Seitenwechsel berühmt geworfen. Dem Torwart gelangen in den ersten 30 Minuten elf Paraden (insgesamt 19). Viel zu wenig kam von beiden Außen. Sowohl Jan Piske als auch Marvin Sommer, die begonnen hatten, erwischten keinen guten Tag. Beide Akteure erzielten nur je einen Treffer.
Im zweiten Abschnitt stellten die Potsdamer wie schon in Eisenach in der Abwehr um, zogen zwei Akteure vor die Deckung und bremsten so vorübergehend den Angriffsschwung der HG. Entmutigen ließen sich die Potsdamer weiterhin nicht. Bis zum Schluss waren sie um ein besseres Ergebnis bemüht.
In Halbzeit zwei hatte sich Stephan Mellack zurückgemeldet. Der Allrounder ging im Angriff anstelle von Alexander Urban an den Kreis und war viermal erfolgreich. Urban war zuvor von der gegnerischen Abwehr zugedeckt worden. Sein einziges Tor in der Partie erzielte er mit dem Schlusspfiff zur Resultatsverkürzung.
Trotz der erneut bitteren Niederlage sah VfL-Trainer Rüdiger Bones Fortschritte gegenüber dem Auftritt in Eisenach. „Die Truppe ist über 60 Minuten ein hohes Tempo gegangen und viel mutiger aufgetreten als zuletzt.“ Trotz der 32 Tore konnten allerdings über längere Zeit die Probleme bei den Abschlusshandlungen erneut nicht kaschiert werden.
„Die Mannschaft lebt“ – so die Erkenntnis der Außenstehenden. Das muss sich allerdings auch schnell auszahlen. Der Trainer weiß: „Am Freitag im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen hilft in unserer Situation nur ein Sieg, um aus der Misere rauszukommen“, so Bones. Ansonsten rennt dem VfL bald die Zeit weg.

