Die Lichter bleiben an
Kategorie: 2. Bundesliga, Pressemeldungen, Der VereinVON: SEBASTIAN MORGNER
MAZ
VfL Potsdam erhält Unterstützung von der Stadt
POTSDAM - Aufatmen beim Handball-Zweitligisten 1. VfL Potsdam: Die Zukunft der Bundesliga-Mannschaft ist aus finanzieller Sicht vorerst gesichert. „Wir werden die Lizenzunterlagen für die neue Saison einreichen“, sagt Holger Rupprecht. Dem Potsdamer Vereinspräsidenten ist am Montagabend sinnbildlich ein Stein vom Herzen gefallen. Denn eine Mehrheit der Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung hat sich für den Verein ausgesprochen und in einer Abstimmung beschlossen, dass ihm einmalig maximal 200 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Genau die Summe, die Rupprecht unlängst von der Stadt erbeten hatte, um die Etatlücke zu schließen. Denn zwei Hauptsponsoren seien abgesprungen. In Potsdam herrsche der Generalverdacht, dass Sportvereine permanent mit Sponsoren mauscheln würden. „Das schreckt Geldgeber ab. Deshalb haben sie beschlossen, nichts mehr zu machen“, erklärt Rupprecht. „Hinzu kamen Teuerungen, wie zum Beispiel die Berufsgenossenschaft. Die hat entgegen der Aussagen der Handballliga ihren Beitrag mehr als verdoppelt. Das hat uns extrem getroffen.“ Kosten von 30 000 Euro sind hinzugekommen. „Alles addiert ergab das ein Loch von 200 000 Euro.“
Nun kam der Hilferuf vom Verein an die Stadt, die schon im Sommer den Fußballern des SV Babelsberg finanziell unter die Arme gegriffen hat. Mit dem positiven Ende. Gestern Abend hat Bürgermeister Burkhard Exner dem Ältestenrat einen schnell umsetzbaren Verfahrensvorschlag unterbreitet. Schon heute könnte der Antrag somit in der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden. „Die Gremienbefassung muss sein. Doch wenn sich schon die Fraktionsvorsitzenden mit eindeutiger Mehrheit dafür entschieden haben, dann wird es auch eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung geben“, denkt SPD-Politiker Rupprecht aus eigener Erfahrung. Der Blick des VfL-Oberhaupts geht nun nach vorn. „Wir werden optimistisch ins Lizenzierungsverfahren gehen und können die Zweitligasaison zu Ende spielen. Danken möchte ich im Namen aller VfLer den Unterstützern, besonders dem Initiator des Treffens am Montag Mike Schubert und Kämmerer Burkhard Exner. Alle im Verein sind sehr erleichtert.“
Auch mit Blick auf die Hallen-Einweihung Mitte Januar. „Es wäre fatal gewesen, wenn wir ausgerechnet jetzt in die Knie gegangen wären und den Jungs hätten sagen müssen, dass sie sich einen neuen Verein suchen müssen.“ Die Vorfreude auf die neue Spielstätte im Luftschiffhafen ist bei den Handballern groß. „Wir haben die Hoffnung, dass die Hallennutzungsverordnung der Stadt auf die neue Sportstätte übertragen wird.“ Das hieße, dass zwanzig Prozent der Brutto-Einnahmen abgeführt werden müssten. Dazu ist der VfL bereit. „Damit haben wir kein Problem“, sagt Rupprecht.
Statt Abmelden heißt es nun, weiter Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Der VfL Potsdam empfängt am Freitag den Tusem Essen (19.30 Uhr/Heinrich-Mann-Allee). Gegen den deutschen Meister von 1986, 1987, 1989 und dreifachen DHB-Pokalsieger soll der Heimsieg her. Allein die Botschaft aus der Stadt sollte Motivation sein.

