31-01-12 11:52 Alter: 107 days

Der Zwei-Meter-Mann aus der Hauptstadt

Kategorie: 2. Bundesliga, Pressemeldungen

VON: SEBASTIAN MORGNER

MAZ

POTSDAM - Enrico Bolduan war gestern der erste Akteur des Handball-Zweitligisten 1. VfL Potsdam, der den Neuzugang Marc Pechstein beim Training begrüßte. „Welcome“, sagte „Bolle“ kurz vor 18 Uhr in der neuen Arena am Luftschiffhafen. Rückraumspieler Pechstein kommt vom Handball-Bundesligisten Füchse Berlin und wird bis zum Saisonende an den Zweitligisten aus der Landeshauptstadt ausgeliehen. „Darüber sind wir sehr froh“, so Ralf Kutzner bei der Präsentation.

Nicht nur der sportliche Leiter freut sich auf den Zwei-Meter-Mann aus der Hauptstadt. Torgefährlich, ehrgeizig, bescheiden: Pechstein gilt als Verstärkung für den abstiegsbedrohten Club. Mit sechs Jahren hatte er in Leisnig mit dem Sport begonnen. Im C-Jugend-Alter wechselte das Talent zum SC Leipzig und besuchte dort die Sportschule. „Dann ging im Verein einiges schief“, erinnerte sich der Rechtshänder, der schon immer im Rückraum spielt. „Wir haben uns nach anderen Vereinen umgeschaut.“ Da beim TV Großwallstadt sein einstiger Jugend-Nationaltrainer Frank Hansel tätig war, wechselte Pechstein nach Bayern. Im Sommer 2011 kam der heute 20-Jährige an die Spree zu den Füchsen Berlin. Dort spielt er mit mit der Reserve in der dritten Liga.

Da es bei den Junior-Füchsen derzeit ordentlich läuft – Pechstein zählt zu den besten Werfern – suchte der Student für Grundschulpädagogik eine neue Herausforderung. „Da ich Potsdam kannte und mich im Vorfeld über den Verein und die Mannschaft informiert habe, bin ich zu Bob Hanning gegangen und habe angefragt, ob ich ein Zweitspielrecht bekommen könnte.“ Der Füchse-Manager stimmte dem „Wechsel“ zum Kooperationspartner Potsdam zu. „Wir wollen den jungen Spielern die Möglichkeit geben, in allen Leistungsklassen Erfahrungen zu sammeln“, erklärte Hanning. „Ich sehe die Kooperation unter dem Gesichtspunkt der regionalen Stärke. Wir sind kein Platzhirsch. Mein Wunsch wäre ein Derby zwischen den Füchsen und Potsdam in der ersten Liga.“ Mit der Kooperation sei die erste, zweite und dritte Liga abgedeckt. „Potsdam muss mit der Partnerschaft mitwachsen und professionellere Strukturen bekommen. Der VfL soll die zweite Liga halten.“

Auch deshalb wird Pechstein, der nicht mit der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein verwandt ist, schon am Sonnabend beim Punktspiel des VfL in Eisenach (19.30 Uhr) dabei sein. „Ich möchte mich weiterentwickeln, Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln und zum Klassenerhalt der Potsdamer beitragen.“ Denn Pechstein, dessen Gehalt weiter von den Füchsen gezahlt wird, könnte sich vorstellen, nicht nur bis zum Saisonende in der Arena am Luftschiffhafen auf Torejagd zu gehen.

Dort bekam es der gebürtige Delitzscher erst einmal mit einem anderen Lederball zu tun. Beim Fußball kämpfte Pechstein gestern im Team „Jung“ gegen die erfahrenen Spieler um den Prestige-Sieg. Schon heute kommt es zum Wiedersehen mit Bob Hanning. Der VfL absolviert ein Trainingsspiel (18 Uhr/Heinrich-Mann-Allee) gegen die A-Jugend der Füchse. Die ist Erster in der Bundesliga. Auch dank Trainer Hanning.


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